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	<title>Kommentare zu: Willem Elsschot „K&#228;se“</title>
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	<description>Bücher, Bücher</description>
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		<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/01/13/willem-elsschot-kase/comment-page-1/#comment-972</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2006 13:54:38 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Ewu,

ich hatte Deinen letzten Kommentar schon beantwortet, da hat der Netz-Orkus das ganze gefressen: grmpfl!

Es gibt noch andere (spannendere) B&#252;cher, wir m&#252;ssen uns nicht &#252;bem&#228;ssig an diesem aufhalten. Trotzdem noch ein paar Bemerkungen:

-Leisten:
daraus klingt ein recht affirmatives Menschenbild, oder? 
Und was sind &quot;soziale Tatsachen&quot;? 
Birgt diese Formulierung nicht einen Widerspruch in sich? Ist Soziales nicht immer von Menschen Gemachtes? Sollte das ein f&#252;r allemal zementiert sein?

-Voyeur:
Hier sehe ich dringenden Differenzierungsbedarf. F&#252;r mich ist kein Akt des Voyeurismus, wenn ich zwei Buchdeckel aufschlage. B&#252;cher sind etwas Gemachtes und sie sind als Ver&#246;ffentlichte f&#252;r die &#214;ffentlichkeit bestimmt. Was nicht drinstehen soll, braucht niemand reinschreiben. Wieso also Voyeurismus? Ein Voyeur ist doch jemand, der andere ohne deren Wissen und Einverst&#228;ndnis beobachtet und sich daran delektiert.
Eine Verk&#252;rzung kann schon eine halbe oder ganze Unwahrheit sein.

-Lachen aus Abwehr oder aus &#220;berheblichkeit: 
F&#252;r mich geht auch das nicht zusammen. Wer aus Abwehr lacht tut dies ja, eben weil er eine &#196;hnlichkeit entdeckt hat oder sp&#252;rt - sonst w&#228;re Abwehr ja sinnlos! &#220;berheblichkeit hat hier also m.E. keinen Platz.

-Was Deine Frage bez&#252;glich der Friedhofsszene angeht, so kann ich leider im Moment darauf nicht antworten, weil mir die Szene nicht in Erinnerung ist und ich es nciht nachschlagen kann, weil ich mein Exemplar von &quot;K&#228;se&quot; beeits verschenkt habe. 
Aber bei Gelegenheit k&#246;nnte ich es mir ausleihen und nochmal nachlesen.

Ein buchreiches Wochenende w&#252;nscht

Helmut</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Ewu,</p>
<p>ich hatte Deinen letzten Kommentar schon beantwortet, da hat der Netz-Orkus das ganze gefressen: grmpfl!</p>
<p>Es gibt noch andere (spannendere) B&#252;cher, wir m&#252;ssen uns nicht &#252;bem&#228;ssig an diesem aufhalten. Trotzdem noch ein paar Bemerkungen:</p>
<p>-Leisten:<br />
daraus klingt ein recht affirmatives Menschenbild, oder?<br />
Und was sind &#8220;soziale Tatsachen&#8221;?<br />
Birgt diese Formulierung nicht einen Widerspruch in sich? Ist Soziales nicht immer von Menschen Gemachtes? Sollte das ein f&#252;r allemal zementiert sein?</p>
<p>-Voyeur:<br />
Hier sehe ich dringenden Differenzierungsbedarf. F&#252;r mich ist kein Akt des Voyeurismus, wenn ich zwei Buchdeckel aufschlage. B&#252;cher sind etwas Gemachtes und sie sind als Ver&#246;ffentlichte f&#252;r die &#214;ffentlichkeit bestimmt. Was nicht drinstehen soll, braucht niemand reinschreiben. Wieso also Voyeurismus? Ein Voyeur ist doch jemand, der andere ohne deren Wissen und Einverst&#228;ndnis beobachtet und sich daran delektiert.<br />
Eine Verk&#252;rzung kann schon eine halbe oder ganze Unwahrheit sein.</p>
<p>-Lachen aus Abwehr oder aus &#220;berheblichkeit:<br />
F&#252;r mich geht auch das nicht zusammen. Wer aus Abwehr lacht tut dies ja, eben weil er eine &#196;hnlichkeit entdeckt hat oder sp&#252;rt &#8211; sonst w&#228;re Abwehr ja sinnlos! &#220;berheblichkeit hat hier also m.E. keinen Platz.</p>
<p>-Was Deine Frage bez&#252;glich der Friedhofsszene angeht, so kann ich leider im Moment darauf nicht antworten, weil mir die Szene nicht in Erinnerung ist und ich es nciht nachschlagen kann, weil ich mein Exemplar von &#8220;K&#228;se&#8221; beeits verschenkt habe.<br />
Aber bei Gelegenheit k&#246;nnte ich es mir ausleihen und nochmal nachlesen.</p>
<p>Ein buchreiches Wochenende w&#252;nscht</p>
<p>Helmut</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ewu simpel</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/01/13/willem-elsschot-kase/comment-page-1/#comment-971</link>
		<dc:creator>ewu simpel</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2006 17:09:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=41#comment-971</guid>
		<description>lieber helmet!
abschlie&#223;end zum k&#228;se noch dies:
ad 1) die moral sehe ich in etwa so: schuster bleib bei deinen leisten, aber nur, wenn es die deinigen sind, und um das zu erkennen, mu&#223; er von ihnen weg und durch die fremde wieder zur&#252;ck zu ihnen. die verkennung der sozialen tatsachen wie auch die fehlgehende selbsteinsch&#228;tzung geh&#246;rt zum l&#228;uterungs-weg, den der held zu gehen hat. 
ad 2) voyeure sind wir doch als leser immer. die geschichte wird vor unseren augen und f&#252;r unser vorstellungs- und denkverm&#246;gen ausgebreitet, insofern begehen wir immer eine indiskretion, wenn wir ein buch aufschlagen. und au&#223;erdem - das hatte ich schon einmal in einem mail angedeutet, vor monaten - liest man ja auch, um nicht alles erleben zu m&#252;ssen, von dem man da erz&#228;hlt bekommt. insofern k&#246;nnte in deiner vermutung, da&#223; unser lachen &#252;ber den k&#228;se-helden, das im &#252;brigen meist im halse stecken bleibt, aus abwehr geschieht, zutreffen, zumindest geschieht es aus der gesch&#252;tzten position des unbeteiligten und nicht-betroffenen heraus. das w&#228;re dann allerdings ein lachen aus &#252;berheblichkeit und dazu besteht bei diesem b&#252;chlein kein grund. denn: die charakterdefizite des helden sind so allgemeinmenschlich, da&#223; sich niemand davor gefeit glauben sollte. aber das alles sind zu viele worte f&#252;r einen kleinen roman, der vielleicht nur belehrend unterhalten wollte und daf&#252;r die etwas didaktisch geratene fabel von der k&#228;seheimsuchung eines b&#252;roangestellten mit minderwerigkeitskomplexen w&#228;hlte. m&#228;&#223;ig gro&#223;e ereignisse, die von au&#223;en ins rollen gebracht werden und denen der held nichts substantielles entgegenzusetzen hat und der daher notwendigerweise - und f&#252;r dich zu vorhersehbar und eineindeutig - scheitern mu&#223; - aber am ende, und daran will ich festhalten, ein anderer geworden ist: pl&#246;tzlich ist da wieder die intimit&#228;t eines gemeinsamen weinens zwischen den eheleuten m&#246;glich (s.113) und im b&#252;ro kann er zwischen zwei briefen noch inneren stimmen lauschen (s. 115). ganz kuriert scheint er jedoch nicht zu sein, denn im salon, von dem alles seinen ausgang nahm, firmiert er weiterhin als direktor der gafpa. er hat also immer noch ein st&#252;ck weg vor sich. was ihn f&#252;r mich jedoch wieder sympathisch macht. so viel dazu. gr&#252;&#223;e ewu.
p.s.: mit dem ende, der friedhofszene, bin ich &#252;brigens bis heute noch nicht im klaren. kannst du mich aufkl&#228;ren? was soll die szene mit der fremden frau am elterngrab bedeuten?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>lieber helmet!<br />
abschlie&#223;end zum k&#228;se noch dies:<br />
ad 1) die moral sehe ich in etwa so: schuster bleib bei deinen leisten, aber nur, wenn es die deinigen sind, und um das zu erkennen, mu&#223; er von ihnen weg und durch die fremde wieder zur&#252;ck zu ihnen. die verkennung der sozialen tatsachen wie auch die fehlgehende selbsteinsch&#228;tzung geh&#246;rt zum l&#228;uterungs-weg, den der held zu gehen hat.<br />
ad 2) voyeure sind wir doch als leser immer. die geschichte wird vor unseren augen und f&#252;r unser vorstellungs- und denkverm&#246;gen ausgebreitet, insofern begehen wir immer eine indiskretion, wenn wir ein buch aufschlagen. und au&#223;erdem &#8211; das hatte ich schon einmal in einem mail angedeutet, vor monaten &#8211; liest man ja auch, um nicht alles erleben zu m&#252;ssen, von dem man da erz&#228;hlt bekommt. insofern k&#246;nnte in deiner vermutung, da&#223; unser lachen &#252;ber den k&#228;se-helden, das im &#252;brigen meist im halse stecken bleibt, aus abwehr geschieht, zutreffen, zumindest geschieht es aus der gesch&#252;tzten position des unbeteiligten und nicht-betroffenen heraus. das w&#228;re dann allerdings ein lachen aus &#252;berheblichkeit und dazu besteht bei diesem b&#252;chlein kein grund. denn: die charakterdefizite des helden sind so allgemeinmenschlich, da&#223; sich niemand davor gefeit glauben sollte. aber das alles sind zu viele worte f&#252;r einen kleinen roman, der vielleicht nur belehrend unterhalten wollte und daf&#252;r die etwas didaktisch geratene fabel von der k&#228;seheimsuchung eines b&#252;roangestellten mit minderwerigkeitskomplexen w&#228;hlte. m&#228;&#223;ig gro&#223;e ereignisse, die von au&#223;en ins rollen gebracht werden und denen der held nichts substantielles entgegenzusetzen hat und der daher notwendigerweise &#8211; und f&#252;r dich zu vorhersehbar und eineindeutig &#8211; scheitern mu&#223; &#8211; aber am ende, und daran will ich festhalten, ein anderer geworden ist: pl&#246;tzlich ist da wieder die intimit&#228;t eines gemeinsamen weinens zwischen den eheleuten m&#246;glich (s.113) und im b&#252;ro kann er zwischen zwei briefen noch inneren stimmen lauschen (s. 115). ganz kuriert scheint er jedoch nicht zu sein, denn im salon, von dem alles seinen ausgang nahm, firmiert er weiterhin als direktor der gafpa. er hat also immer noch ein st&#252;ck weg vor sich. was ihn f&#252;r mich jedoch wieder sympathisch macht. so viel dazu. gr&#252;&#223;e ewu.<br />
p.s.: mit dem ende, der friedhofszene, bin ich &#252;brigens bis heute noch nicht im klaren. kannst du mich aufkl&#228;ren? was soll die szene mit der fremden frau am elterngrab bedeuten?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/01/13/willem-elsschot-kase/comment-page-1/#comment-970</link>
		<dc:creator>helmut</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2006 20:08:34 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=41#comment-970</guid>
		<description>Dear Ewu,

Ich sehe zwei Punkte:

Einmal das was Du &quot;Charaktersatire&quot; nennst. Gut. Man kann den K&#228;se so lesen.
Was ich aber noch anmerken m&#246;chte: 
Dieser Charakter ist - und das ist kaum zuf&#228;llig - auch ein Sozialcharakter.
Und was w&#228;re dann das Moralchen des Buches?: ´Schuster, bleib bei deinen Leisten´? - Ziemlich affirmativ!
Und das noch aus uranf&#228;nglicher Unf&#228;higkeit oder Verkennung der Tatsachen.
Merkw&#252;rdige L&#228;uterung.
Man muss diese Botschaft weder angenehm noch sympathisch finden.
Ob sie komisch ist mag jeder f&#252;r sic entscheiden.

Zum Zweiten:
Die Art wie hier erz&#228;hlt wird.
Und hier meldest Du ja auch Distanz an.
Es w&#228;re stringent gemacht.
Ja, sicher, aber das war ja auch Teil meiner Kritik: es ist mir zu straight, zu einsinnig und vorhersehbar um spannend zu sein. Zudem dagradiert dieser ´Schiffbruch mit Zuschauer´ den Leser zum Voyeur.
Hier k&#246;nnte allerdings noch ein interessanter Aspekt liegen: wie weit ist der Protagonist weg vom Leser? Ist das Lachen &#252;ber ihn auch ein Abwehr-Lachen? Steckt dieser Protagonist auch in einem selbst? Vielleicht liegt hier die produktive Seite des B&#252;chelchens.
Ob das aber in der Absicht des Autors lag ist nicht sicher. Ob es dazu diese und nur diese Erz&#228;hlweise gebraucht h&#228;tte noch weniger.

Sch&#246;ne Gr&#252;sse,

Helmut</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dear Ewu,</p>
<p>Ich sehe zwei Punkte:</p>
<p>Einmal das was Du &#8220;Charaktersatire&#8221; nennst. Gut. Man kann den K&#228;se so lesen.<br />
Was ich aber noch anmerken m&#246;chte:<br />
Dieser Charakter ist &#8211; und das ist kaum zuf&#228;llig &#8211; auch ein Sozialcharakter.<br />
Und was w&#228;re dann das Moralchen des Buches?: ´Schuster, bleib bei deinen Leisten´? &#8211; Ziemlich affirmativ!<br />
Und das noch aus uranf&#228;nglicher Unf&#228;higkeit oder Verkennung der Tatsachen.<br />
Merkw&#252;rdige L&#228;uterung.<br />
Man muss diese Botschaft weder angenehm noch sympathisch finden.<br />
Ob sie komisch ist mag jeder f&#252;r sic entscheiden.</p>
<p>Zum Zweiten:<br />
Die Art wie hier erz&#228;hlt wird.<br />
Und hier meldest Du ja auch Distanz an.<br />
Es w&#228;re stringent gemacht.<br />
Ja, sicher, aber das war ja auch Teil meiner Kritik: es ist mir zu straight, zu einsinnig und vorhersehbar um spannend zu sein. Zudem dagradiert dieser ´Schiffbruch mit Zuschauer´ den Leser zum Voyeur.<br />
Hier k&#246;nnte allerdings noch ein interessanter Aspekt liegen: wie weit ist der Protagonist weg vom Leser? Ist das Lachen &#252;ber ihn auch ein Abwehr-Lachen? Steckt dieser Protagonist auch in einem selbst? Vielleicht liegt hier die produktive Seite des B&#252;chelchens.<br />
Ob das aber in der Absicht des Autors lag ist nicht sicher. Ob es dazu diese und nur diese Erz&#228;hlweise gebraucht h&#228;tte noch weniger.</p>
<p>Sch&#246;ne Gr&#252;sse,</p>
<p>Helmut</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ewu simpel</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/01/13/willem-elsschot-kase/comment-page-1/#comment-969</link>
		<dc:creator>ewu simpel</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jan 2006 18:06:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=41#comment-969</guid>
		<description>dear helmet!
hier noch ein kurzer nachtrag.
liegt nicht in jedem scheitern die m&#246;glichkeit einer neuen standort- und selbstbestimmung? 
gew&#228;hrt nicht gerade das scheitern eine neue, reflexive und reflektiertere beziehung zum eigenen leben? 
liegt das nicht auch bei unserem k&#228;se-helden vor? ist er am ende nicht doch mehr bei sich, und das gerade weil er diese soziale und psychische misere durchleiden mu&#223;te? liest man, wie ich, das werkchen als charaktersatire, wo zum schlu&#223; ein gel&#228;uterter ins eigene leben zur&#252;ckkehrt, so wird man die gew&#228;hlte erz&#228;hlweise als angemessen empfinden k&#246;nnen, ohne allerdings von ihr ganz eingenommen worden zu sein. denn das war ich auch nicht. trotzdem habe ich die logik und stringenz der stoffbehandlung estimieren k&#246;nnen, und das gerade weil sie so unab&#228;nderlich und auch vorhersehbar gehandhabt wurde. ein schiffbruch mit zuschauer, dem leser n&#228;mlich. aber auch das d&#252;rfte eine geschmackssache sein. gr&#252;&#223;e ewu.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>dear helmet!<br />
hier noch ein kurzer nachtrag.<br />
liegt nicht in jedem scheitern die m&#246;glichkeit einer neuen standort- und selbstbestimmung?<br />
gew&#228;hrt nicht gerade das scheitern eine neue, reflexive und reflektiertere beziehung zum eigenen leben?<br />
liegt das nicht auch bei unserem k&#228;se-helden vor? ist er am ende nicht doch mehr bei sich, und das gerade weil er diese soziale und psychische misere durchleiden mu&#223;te? liest man, wie ich, das werkchen als charaktersatire, wo zum schlu&#223; ein gel&#228;uterter ins eigene leben zur&#252;ckkehrt, so wird man die gew&#228;hlte erz&#228;hlweise als angemessen empfinden k&#246;nnen, ohne allerdings von ihr ganz eingenommen worden zu sein. denn das war ich auch nicht. trotzdem habe ich die logik und stringenz der stoffbehandlung estimieren k&#246;nnen, und das gerade weil sie so unab&#228;nderlich und auch vorhersehbar gehandhabt wurde. ein schiffbruch mit zuschauer, dem leser n&#228;mlich. aber auch das d&#252;rfte eine geschmackssache sein. gr&#252;&#223;e ewu.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/01/13/willem-elsschot-kase/comment-page-1/#comment-958</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2006 15:41:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=41#comment-958</guid>
		<description>Lieber Ewu,

ich danke f&#252;r den engagierten und nachvollziehbar argumentierenden Kommentar!
Dennoch, bei mir waren einige Aspekte der Wahrnehmung dieses Rom&#228;nchens anders gelagert.
Noch einmal kurz: 
Komisch und todtraurig: ja, mag sein, nur musste ich das Komische doch eher mit der Lupe suchen, wenn nicht mit dem Mikroskop.
Vor allem: 
Der Grund daf&#252;r? 
Es ist doch weniger, auch wenn die Selbsteinsch&#228;tzung der Figur das behauptet, Nachgiebigkeit. Das Projekt ist von Anfang an gnadenlos zum Scheitern verurteilt - wegen totaler Unf&#228;higkeit der Figur. Dem zusehen zu m&#252;ssen kann peinlich oder doch peinigend sein. Wie wenn im Film das Auto in dem die Bremsen nicht funktionieren auf den Abgrund zuf&#228;hrt, aber die Insassen es noch nicht wissen.

Grandios ins Leere laufen? 
Ist es nicht ein absolut kl&#228;gliches Scheitern, ein mieses, kleines? &#220;ber seine Frau muss er sich erheben und selbst die Kinder helfen ihm und machen es besser als er selbst. - Was w&#228;re daran grandios?

Vor allem aber hat mir die Erz&#228;hlweise missfallen. Das den Stoff abhandeln, ein Ziel erreichen wollen. 
Das mag auch ein Geschmackurteil einthalten, kann sein, dass mir digressivere Schreibweisen n&#228;herliegen, beides darf sein.

Jedenfalls danke ich f&#252;r den Kommentar, ich werde meine Eindr&#252;cke auch noch einmal pr&#252;fen, in jedem Fall ist aber ein Gespr&#228;ch &#252;ber...immer gut, man muss ja gar nicht zu identischen Einsch&#228;tzungen kommen.

Sch&#246;ne Gr&#252;sse,

Helmut</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Ewu,</p>
<p>ich danke f&#252;r den engagierten und nachvollziehbar argumentierenden Kommentar!<br />
Dennoch, bei mir waren einige Aspekte der Wahrnehmung dieses Rom&#228;nchens anders gelagert.<br />
Noch einmal kurz:<br />
Komisch und todtraurig: ja, mag sein, nur musste ich das Komische doch eher mit der Lupe suchen, wenn nicht mit dem Mikroskop.<br />
Vor allem:<br />
Der Grund daf&#252;r?<br />
Es ist doch weniger, auch wenn die Selbsteinsch&#228;tzung der Figur das behauptet, Nachgiebigkeit. Das Projekt ist von Anfang an gnadenlos zum Scheitern verurteilt &#8211; wegen totaler Unf&#228;higkeit der Figur. Dem zusehen zu m&#252;ssen kann peinlich oder doch peinigend sein. Wie wenn im Film das Auto in dem die Bremsen nicht funktionieren auf den Abgrund zuf&#228;hrt, aber die Insassen es noch nicht wissen.</p>
<p>Grandios ins Leere laufen?<br />
Ist es nicht ein absolut kl&#228;gliches Scheitern, ein mieses, kleines? &#220;ber seine Frau muss er sich erheben und selbst die Kinder helfen ihm und machen es besser als er selbst. &#8211; Was w&#228;re daran grandios?</p>
<p>Vor allem aber hat mir die Erz&#228;hlweise missfallen. Das den Stoff abhandeln, ein Ziel erreichen wollen.<br />
Das mag auch ein Geschmackurteil einthalten, kann sein, dass mir digressivere Schreibweisen n&#228;herliegen, beides darf sein.</p>
<p>Jedenfalls danke ich f&#252;r den Kommentar, ich werde meine Eindr&#252;cke auch noch einmal pr&#252;fen, in jedem Fall ist aber ein Gespr&#228;ch &#252;ber&#8230;immer gut, man muss ja gar nicht zu identischen Einsch&#228;tzungen kommen.</p>
<p>Sch&#246;ne Gr&#252;sse,</p>
<p>Helmut</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ewu simpel</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/01/13/willem-elsschot-kase/comment-page-1/#comment-835</link>
		<dc:creator>ewu simpel</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2006 17:31:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=41#comment-835</guid>
		<description>dear helmet!
ich wei&#223; gar nicht, was du willst. mir hat dieser kleine roman sehr gefallen. er ist komisch und zugleich tottraurig, eine gute mischung, wie ich finde. dazu in einem schn&#246;rkellosen stil geschrieben, der den plot emotionslos vorantreibt, ihn bisweilen sogar ins skurille &#252;bertreibt. jede sentimentalit&#228;t fehlt und die vielen k&#228;se-neologismen lassen das in ans&#228;tzen tragische dieser figur immer wieder ins theatralische und aberwitzige kippen, ohne da&#223; die existentielle tiefe verloren ginge. kleiner mann mit gro&#223;en pl&#228;nen, die grandios ins leere laufen. ein exemplarisches scheitern, mit kursorischen einblicken in die kapitalistische verwertungsmaschinerie und wie diese dazu f&#252;hrt, da&#223; der held sich selbst, seine selbstachtung und die achtung seiner familie, &#252;berhaupt sein soziales standing verliert. f&#252;r mich ist es, um auf deine frage nach dem genre des buches zu antworten, f&#252;r mich also ist es eine charaktersatire, bisweilen mit leisen sozialankl&#228;gerischen zwischent&#246;nen: sie handelt von jemandem, der zu nachgiebig ist und der bei dem versuch, seine soziale minderwertigkeit loszuwerden, nach einer phase des aufstiegs und seiner psychologischen folgen zuletzt endg&#252;ltig abst&#252;rzt und doch wieder bei sich selbst ankommt, allerdings mit ver&#228;nderter selbstwahrnehmung: &quot;ich glaube, da&#223; mir dies alles passiert ist, weil ich zu nachgiebig bin. als mich van schoonbeke fragte, ob ich es tun wolle, hatte ich den mut nicht, ihn und seinen k&#228;se von mir wegzusto&#223;en, wie ich es h&#228;tte tun sollen. und f&#252;r diese feigheit tue ich bu&#223;e. ich habe die k&#228;seheimsuchung verdient.&quot; die k&#228;seheimsuchung l&#228;&#223;t ihn, nach einem kartartischen proze&#223; der selbstverkennung und -&#252;bersch&#228;tzung, aber auch der -t&#228;uschung, zuletzt seinen ureigenen wert im kreise seiner familie und seines angestammten berufes erkennen. vielleicht wird nicht viel erz&#228;hlt in diesem buch, und vielleicht ist die straffe handlung allzu gleichnishaft verk&#252;rzt und zu einseitig auf das erz&#228;hlerische ziel einer desillulsionierung hin konzipiert, doch es bietet auch einblicke in eine sehr spezielle conditio humana. so jedenfalls war mein leseeindruck. gr&#252;&#223;e ewu.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>dear helmet!<br />
ich wei&#223; gar nicht, was du willst. mir hat dieser kleine roman sehr gefallen. er ist komisch und zugleich tottraurig, eine gute mischung, wie ich finde. dazu in einem schn&#246;rkellosen stil geschrieben, der den plot emotionslos vorantreibt, ihn bisweilen sogar ins skurille &#252;bertreibt. jede sentimentalit&#228;t fehlt und die vielen k&#228;se-neologismen lassen das in ans&#228;tzen tragische dieser figur immer wieder ins theatralische und aberwitzige kippen, ohne da&#223; die existentielle tiefe verloren ginge. kleiner mann mit gro&#223;en pl&#228;nen, die grandios ins leere laufen. ein exemplarisches scheitern, mit kursorischen einblicken in die kapitalistische verwertungsmaschinerie und wie diese dazu f&#252;hrt, da&#223; der held sich selbst, seine selbstachtung und die achtung seiner familie, &#252;berhaupt sein soziales standing verliert. f&#252;r mich ist es, um auf deine frage nach dem genre des buches zu antworten, f&#252;r mich also ist es eine charaktersatire, bisweilen mit leisen sozialankl&#228;gerischen zwischent&#246;nen: sie handelt von jemandem, der zu nachgiebig ist und der bei dem versuch, seine soziale minderwertigkeit loszuwerden, nach einer phase des aufstiegs und seiner psychologischen folgen zuletzt endg&#252;ltig abst&#252;rzt und doch wieder bei sich selbst ankommt, allerdings mit ver&#228;nderter selbstwahrnehmung: &#8220;ich glaube, da&#223; mir dies alles passiert ist, weil ich zu nachgiebig bin. als mich van schoonbeke fragte, ob ich es tun wolle, hatte ich den mut nicht, ihn und seinen k&#228;se von mir wegzusto&#223;en, wie ich es h&#228;tte tun sollen. und f&#252;r diese feigheit tue ich bu&#223;e. ich habe die k&#228;seheimsuchung verdient.&#8221; die k&#228;seheimsuchung l&#228;&#223;t ihn, nach einem kartartischen proze&#223; der selbstverkennung und -&#252;bersch&#228;tzung, aber auch der -t&#228;uschung, zuletzt seinen ureigenen wert im kreise seiner familie und seines angestammten berufes erkennen. vielleicht wird nicht viel erz&#228;hlt in diesem buch, und vielleicht ist die straffe handlung allzu gleichnishaft verk&#252;rzt und zu einseitig auf das erz&#228;hlerische ziel einer desillulsionierung hin konzipiert, doch es bietet auch einblicke in eine sehr spezielle conditio humana. so jedenfalls war mein leseeindruck. gr&#252;&#223;e ewu.</p>
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