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	<title>Kommentare zu: Aglaja Veteranyi „Das Regal der letzten Atemz&#252;ge“</title>
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	<description>Bücher, Bücher</description>
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		<title>Von: ewu simpel</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/02/19/aglaja-veteranyi-das-regal-der-letzten-atemzuge/comment-page-1/#comment-1050</link>
		<dc:creator>ewu simpel</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Mar 2006 08:39:36 +0000</pubDate>
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		<description>lieber helmut!

richtig. 
ungl&#252;cklich fomulierte gedanken, vielleicht auch nicht wirklich zu ende gedachte, aber schlichtweg falsch oder unverst&#228;ndlich sind sie nicht. zu wenig redaktionelle nachbereitung. ich will mich bessern.

gr&#252;&#223;e, uwe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>lieber helmut!</p>
<p>richtig.<br />
ungl&#252;cklich fomulierte gedanken, vielleicht auch nicht wirklich zu ende gedachte, aber schlichtweg falsch oder unverst&#228;ndlich sind sie nicht. zu wenig redaktionelle nachbereitung. ich will mich bessern.</p>
<p>gr&#252;&#223;e, uwe.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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		<title>Von: helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/02/19/aglaja-veteranyi-das-regal-der-letzten-atemzuge/comment-page-1/#comment-1049</link>
		<dc:creator>helmut</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Mar 2006 19:32:44 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Ewu,

´Strategie absichtsvoller Verdunkelung´ ist h&#252;bsch.

Je nun, was ich meinte:

&quot;klar braucht man dazu eine akribische textanalyse, aber vielleicht reicht auch schon die feststellung, da&#223; in diesem buch ein maximum an erlittener erfahrung sich in einer erz&#228;hlerischen reduktion manifestiert, die gerade in ihrem minimalismus eine lyrische intensit&#228;t...&quot;

Nett ist auch schlicht:
&quot;mit einer nachhaltigkeit, die noch lange anh&#228;lt&quot;

Ist schon verst&#228;ndlich, ich denke ich weiss was Du meinst, aber das weckte die Assoziation.

Sch&#246;ne Gr&#252;sse, nix f&#252;r ungut,

Helmut</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Ewu,</p>
<p>´Strategie absichtsvoller Verdunkelung´ ist h&#252;bsch.</p>
<p>Je nun, was ich meinte:</p>
<p>&#8220;klar braucht man dazu eine akribische textanalyse, aber vielleicht reicht auch schon die feststellung, da&#223; in diesem buch ein maximum an erlittener erfahrung sich in einer erz&#228;hlerischen reduktion manifestiert, die gerade in ihrem minimalismus eine lyrische intensit&#228;t&#8230;&#8221;</p>
<p>Nett ist auch schlicht:<br />
&#8220;mit einer nachhaltigkeit, die noch lange anh&#228;lt&#8221;</p>
<p>Ist schon verst&#228;ndlich, ich denke ich weiss was Du meinst, aber das weckte die Assoziation.</p>
<p>Sch&#246;ne Gr&#252;sse, nix f&#252;r ungut,</p>
<p>Helmut</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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		<title>Von: ewu simpel</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/02/19/aglaja-veteranyi-das-regal-der-letzten-atemzuge/comment-page-1/#comment-1048</link>
		<dc:creator>ewu simpel</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Mar 2006 17:25:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=48#comment-1048</guid>
		<description>lieber helmut!

wir m&#252;ssen gar nicht weiter nach objektiven kriterien suchen. wir beide haben uns doch schon verst&#228;ndigt und somit mu&#223; in dem werk etwas liegen, was uns unabh&#228;ngig voneinander &#228;hnlich ber&#252;hrt und &#252;berzeugt hat. das d&#252;rfte noch vielen anderen so ergangen sein. w&#252;rde man dann extrahieren, was es ist, k&#228;me man - auch anhand deiner ausgew&#228;hlten beispiele - dahin, die grundlage unserer leseefahrungen in der sprachlichen dichte zu erkennen. es wird etwas in einer sprache geschildert, die ein sehr pers&#246;nliches schicksal ad&#228;quat vergegenst&#228;ndlicht. diese stimmigkeit, mit der das thema formal bew&#228;ltigt und vermittelt wird, ist es, was ich mit prosagedicht meinte, und du scheinst auch nichts anderes in deinen kommentaren zu den beispielen anzusprechen. du vermeidest das label, das ich benutzte, exemplifizierst im einzelnen, was die wirkung ausl&#246;st und wie die worte eine erfahrung unverwechselbar und anschaulich ausdr&#252;cken. darin, so lese ich deine anmerkungen, liegt die nachaltigkeit begr&#252;ndet, mit der dieser text dich erreicht hat. und mich auch. 
dieses evidenzgef&#252;hl beim leser verdankt sich der erz&#228;hlhaltung und ihrer sprachlichen vermittlung, ist also in der objektiven struktur des werkes verankert und darauf kam es mir an: letztlich sind wir vom sprachk&#252;nstlerischen ausdruck betroffen und nicht davon, da&#223; diesem ein leidvolles leben voranging. selbst wenn eine vielzahl der sprachbilder jeder wirklichen leid- oder lebenserfahrung entbehrte, w&#252;rden sie uns trotzdem erreichen, mit derselben wucht und einem gef&#252;hl der authentizit&#228;t.

dein frankfurt-hinweis ist mir nicht ganz deutlich geworden. so verschwiemelt erschien mir mein kommentar eigentlich nicht. was genau meinst du? und auf welchen kommentar beziehst du dich, den ersten oder zweiten? wenn dir etwas unverst&#228;ndlich erschien, mu&#223; das nicht hei&#223;en, da&#223; es sich einer strategie der absichtsvollen verdunkelung verdankt. 

gr&#252;&#223;e, uwe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>lieber helmut!</p>
<p>wir m&#252;ssen gar nicht weiter nach objektiven kriterien suchen. wir beide haben uns doch schon verst&#228;ndigt und somit mu&#223; in dem werk etwas liegen, was uns unabh&#228;ngig voneinander &#228;hnlich ber&#252;hrt und &#252;berzeugt hat. das d&#252;rfte noch vielen anderen so ergangen sein. w&#252;rde man dann extrahieren, was es ist, k&#228;me man &#8211; auch anhand deiner ausgew&#228;hlten beispiele &#8211; dahin, die grundlage unserer leseefahrungen in der sprachlichen dichte zu erkennen. es wird etwas in einer sprache geschildert, die ein sehr pers&#246;nliches schicksal ad&#228;quat vergegenst&#228;ndlicht. diese stimmigkeit, mit der das thema formal bew&#228;ltigt und vermittelt wird, ist es, was ich mit prosagedicht meinte, und du scheinst auch nichts anderes in deinen kommentaren zu den beispielen anzusprechen. du vermeidest das label, das ich benutzte, exemplifizierst im einzelnen, was die wirkung ausl&#246;st und wie die worte eine erfahrung unverwechselbar und anschaulich ausdr&#252;cken. darin, so lese ich deine anmerkungen, liegt die nachaltigkeit begr&#252;ndet, mit der dieser text dich erreicht hat. und mich auch.<br />
dieses evidenzgef&#252;hl beim leser verdankt sich der erz&#228;hlhaltung und ihrer sprachlichen vermittlung, ist also in der objektiven struktur des werkes verankert und darauf kam es mir an: letztlich sind wir vom sprachk&#252;nstlerischen ausdruck betroffen und nicht davon, da&#223; diesem ein leidvolles leben voranging. selbst wenn eine vielzahl der sprachbilder jeder wirklichen leid- oder lebenserfahrung entbehrte, w&#252;rden sie uns trotzdem erreichen, mit derselben wucht und einem gef&#252;hl der authentizit&#228;t.</p>
<p>dein frankfurt-hinweis ist mir nicht ganz deutlich geworden. so verschwiemelt erschien mir mein kommentar eigentlich nicht. was genau meinst du? und auf welchen kommentar beziehst du dich, den ersten oder zweiten? wenn dir etwas unverst&#228;ndlich erschien, mu&#223; das nicht hei&#223;en, da&#223; es sich einer strategie der absichtsvollen verdunkelung verdankt. </p>
<p>gr&#252;&#223;e, uwe.</p>
]]></content:encoded>
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	<item>
		<title>Von: helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/02/19/aglaja-veteranyi-das-regal-der-letzten-atemzuge/comment-page-1/#comment-1044</link>
		<dc:creator>helmut</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Mar 2006 17:25:31 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=48#comment-1044</guid>
		<description>Lieber Ewu,

mit den ber&#252;hmten objektiven Kriterien ist es so eine Sache. - Man h&#228;tte sie gern, weil es einfacher w&#228;re und vielleicht noch aus anderen Gr&#252;nden. Es mag auch unbefriedigend sein, sie nicht zu haben, was aber, wenn es sich doch so verh&#228;lt? Die Wirklichkeit muss ja nicht da sein, uns zu befriedigen. 
Das enthebt uns nicht, uns dar&#252;ber Gedanken zu machen und uns zu verst&#228;ndigen - dabei wird man hin und wieder das hoffentlich berechtigte Gef&#252;hl haben, einer Sache n&#228;her (oder eben nicht) gekommen zu sein. Vielleicht ist viel mehr nicht m&#246;glich. 
Jedenfalls k&#246;nnte ein guter Dialog weiterbringen, auch wenn g&#228;nzlich Objektivierbares nicht daraus entspringt.
Vor der Vokabel &quot;Meisterst&#252;ck&quot; zucke ich etwas zur&#252;ck. Das klingt ein wenig altfr&#228;nkisch oder heidenreichisch oder nach einer Verkaufsmache. - Was genau sollte das sein, ein &quot;Meisterst&#252;ck&quot;, eine &quot;Meistererz&#228;hlung&quot;? Aber das nur am Rande.
Aber wenn ich das anmerken darf: es gibt schon Stellen in dem Kommentar, die Mr. Harry G. Frankfurt eine gewisse Freude bereiten d&#252;rften.
Prosagedicht: Ja. Trotzdem: hilft das wirklich weiter? 
Was w&#252;rde weiterhelfen?
Vielleicht ein paar Beispiele:

S. 24: &quot;Ich kam ganz kahl zur Welt.
Nachdem ich gebadet worden war, schminkte mir meine Mutter mit ihrem schwaren Stift dicke Augenbrauen.&quot;

Denkt man sich so etwas aus? 
Das wirkt authentisch. Und zeigt den Beginn der Tragik von Geburt an: der Vereinnahmung, der Verf&#228;lschung, des Zurechtgemachtwerdens, des nicht recht seins.

S. 26: &quot;W&#252;rden wir statt dessen das Geld sparen, k&#246;nnten wir uns damit unser gro&#223;es Haus mit H&#252;hnern kaufen.&quot;
Armut eines Kindes, das sich Gedanken macht, das mit der Welt der Erwachsenen konfrontiert ist und auf kindlich-r&#252;hrende Weise naiv und praktisch zugleich darauf reagiert. Noch zu wissen und es schreiben zu k&#246;nnen, wie Kinder denken...

S. 28: &quot;Meine Mutter traut niemandem.
Ich mu&#223; das auch lernen.&quot;
In all seiner Trockenheit ein furchtbarer Satz fr&#252;her Vereinnahmung, auch hier. Den ERwachsenen, der, trotz allem, geliebten Mutter nacheifern m&#252;ssen - was aber, wenn es nicht im Guten ist?

S. 31: &quot;Ich schreie nicht.
Ich habe meinen Mund weggeworfen.&quot;
Dieses Ineinander von Abstraktion und Konkretion, diese Bildkraft. Und wer kommt auf so ein Bild, der nicht die Not, die es braucht, ein solches Bild zu finden, ausgekostet h&#228;tte? - Das strahlt aus, teilt sich mit.

S. 50: &quot;Seine Muttersprache klingt wie Speck mit Paprika und Sahne.&quot;
Sinnlich und genial - man weiss nun wie sie klingt, kann sie fast h&#246;ren. Eine Charakterisierung in einem Satz. Das kann nicht jeder.


Ein paar fast willk&#252;rlich herausgegriffene Beispiele. 
Gut, kann sein, dass mancher davon nicht erreicht wird. Aber man darf durchaus seiner Wahrnehmung trauen, wenn dies doch der Fall ist; Beglaubigung nicht durch objektive Kriterien, sondern durch Vergegenst&#228;ndlichung und deren Wirkung. Das entbehrt ja auch nicht einer gewissen allgemeinern Wirkung. Es wird nicht ausschliesslich f&#252;r jeden auf gleiche Weise f&#252;hlbar, aber doch wohl f&#252;r Viele &#228;hnlich. 
Man k&#246;nnte sich auch fragen, wozu man &#252;berhaupt objektive Kriterien will, wozu man sie br&#228;uchte? Um andere zu &#252;berzeugen? Um sich selbst zu &#252;berzeugen? Um...?
Darf doch, ein Gl&#252;ck, jeder lesen was er will und kann.

Sch&#246;ne Gr&#252;sse,

Helmut</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Ewu,</p>
<p>mit den ber&#252;hmten objektiven Kriterien ist es so eine Sache. &#8211; Man h&#228;tte sie gern, weil es einfacher w&#228;re und vielleicht noch aus anderen Gr&#252;nden. Es mag auch unbefriedigend sein, sie nicht zu haben, was aber, wenn es sich doch so verh&#228;lt? Die Wirklichkeit muss ja nicht da sein, uns zu befriedigen.<br />
Das enthebt uns nicht, uns dar&#252;ber Gedanken zu machen und uns zu verst&#228;ndigen &#8211; dabei wird man hin und wieder das hoffentlich berechtigte Gef&#252;hl haben, einer Sache n&#228;her (oder eben nicht) gekommen zu sein. Vielleicht ist viel mehr nicht m&#246;glich.<br />
Jedenfalls k&#246;nnte ein guter Dialog weiterbringen, auch wenn g&#228;nzlich Objektivierbares nicht daraus entspringt.<br />
Vor der Vokabel &#8220;Meisterst&#252;ck&#8221; zucke ich etwas zur&#252;ck. Das klingt ein wenig altfr&#228;nkisch oder heidenreichisch oder nach einer Verkaufsmache. &#8211; Was genau sollte das sein, ein &#8220;Meisterst&#252;ck&#8221;, eine &#8220;Meistererz&#228;hlung&#8221;? Aber das nur am Rande.<br />
Aber wenn ich das anmerken darf: es gibt schon Stellen in dem Kommentar, die Mr. Harry G. Frankfurt eine gewisse Freude bereiten d&#252;rften.<br />
Prosagedicht: Ja. Trotzdem: hilft das wirklich weiter?<br />
Was w&#252;rde weiterhelfen?<br />
Vielleicht ein paar Beispiele:</p>
<p>S. 24: &#8220;Ich kam ganz kahl zur Welt.<br />
Nachdem ich gebadet worden war, schminkte mir meine Mutter mit ihrem schwaren Stift dicke Augenbrauen.&#8221;</p>
<p>Denkt man sich so etwas aus?<br />
Das wirkt authentisch. Und zeigt den Beginn der Tragik von Geburt an: der Vereinnahmung, der Verf&#228;lschung, des Zurechtgemachtwerdens, des nicht recht seins.</p>
<p>S. 26: &#8220;W&#252;rden wir statt dessen das Geld sparen, k&#246;nnten wir uns damit unser gro&#223;es Haus mit H&#252;hnern kaufen.&#8221;<br />
Armut eines Kindes, das sich Gedanken macht, das mit der Welt der Erwachsenen konfrontiert ist und auf kindlich-r&#252;hrende Weise naiv und praktisch zugleich darauf reagiert. Noch zu wissen und es schreiben zu k&#246;nnen, wie Kinder denken&#8230;</p>
<p>S. 28: &#8220;Meine Mutter traut niemandem.<br />
Ich mu&#223; das auch lernen.&#8221;<br />
In all seiner Trockenheit ein furchtbarer Satz fr&#252;her Vereinnahmung, auch hier. Den ERwachsenen, der, trotz allem, geliebten Mutter nacheifern m&#252;ssen &#8211; was aber, wenn es nicht im Guten ist?</p>
<p>S. 31: &#8220;Ich schreie nicht.<br />
Ich habe meinen Mund weggeworfen.&#8221;<br />
Dieses Ineinander von Abstraktion und Konkretion, diese Bildkraft. Und wer kommt auf so ein Bild, der nicht die Not, die es braucht, ein solches Bild zu finden, ausgekostet h&#228;tte? &#8211; Das strahlt aus, teilt sich mit.</p>
<p>S. 50: &#8220;Seine Muttersprache klingt wie Speck mit Paprika und Sahne.&#8221;<br />
Sinnlich und genial &#8211; man weiss nun wie sie klingt, kann sie fast h&#246;ren. Eine Charakterisierung in einem Satz. Das kann nicht jeder.</p>
<p>Ein paar fast willk&#252;rlich herausgegriffene Beispiele.<br />
Gut, kann sein, dass mancher davon nicht erreicht wird. Aber man darf durchaus seiner Wahrnehmung trauen, wenn dies doch der Fall ist; Beglaubigung nicht durch objektive Kriterien, sondern durch Vergegenst&#228;ndlichung und deren Wirkung. Das entbehrt ja auch nicht einer gewissen allgemeinern Wirkung. Es wird nicht ausschliesslich f&#252;r jeden auf gleiche Weise f&#252;hlbar, aber doch wohl f&#252;r Viele &#228;hnlich.<br />
Man k&#246;nnte sich auch fragen, wozu man &#252;berhaupt objektive Kriterien will, wozu man sie br&#228;uchte? Um andere zu &#252;berzeugen? Um sich selbst zu &#252;berzeugen? Um&#8230;?<br />
Darf doch, ein Gl&#252;ck, jeder lesen was er will und kann.</p>
<p>Sch&#246;ne Gr&#252;sse,</p>
<p>Helmut</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: ewu simpel</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/02/19/aglaja-veteranyi-das-regal-der-letzten-atemzuge/comment-page-1/#comment-1043</link>
		<dc:creator>ewu simpel</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Mar 2006 17:19:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=48#comment-1043</guid>
		<description>lieber helmut!

hab dank f&#252;r die ausf&#252;hrungen.

wenn aber evidenz das &#039;weiche&#039; kriterium sein soll, dann mu&#223; eine begegnung zwischen werk und leser stattfinden, die eben diese evidenz entstehen l&#228;&#223;t. es mu&#223; also eine idealtypische korrespondenz zwischen werk und rezipienten stattfinden, das werk mu&#223; sozusagen sich seinen idealen leser bilden, damit es zu seiner vollg&#252;ltigen wirkung gelangt. findet diese nicht statt, bleibt es im schlechtesten falle wirkungslos, wie nicht gelesen. 

in den meisten f&#228;llen wird das auch so sein. kann das aber sein? mu&#223; es nicht doch noch &#039;objektive&#039; oder textimmanente kriterien geben, die im falle des polenta-buches greifen und die - nachvollziehbar f&#252;r dritte - in der lage sind, es als ein sprachk&#252;nstlerisches meisterst&#252;ck zu charakterisieren? klar braucht man dazu eine akribische textanalyse. aber vielleicht reicht auch schon die feststellung, da&#223; in diesem buch ein maximum an erlittener erfahrung sich in einer erz&#228;hlerischen reduktion manifestiert, die gerade in ihrem minimalismus eine lyrische intensit&#228;t erreicht, die den leser unmittelbar erfa&#223;t und &#252;berzeugt, wie sonst nur gedichte es tun. ohnehin erscheint mir das buch - mit ausnahme einiger deskriptiver passagen - wie ein assoziativ gereihtes prosa-gedicht, was in seinem falle gerade die unverwechselbare qualit&#228;t ausmacht, die darin liegt, da&#223; form und inhalt, erz&#228;hlperspektive und thema ideal zur deckung gebracht wurden. daran vor allem lag es, da&#223; es bei mir &quot;innere epoche&quot; machte und in seiner wirkung noch lange anhielt. was nicht hei&#223;t, da&#223; diese wirkung von jedem prosa-gedicht ausgeht, aber von diesem allemal und mit einer nachhaltigkeit, die noch lange anh&#228;lt.

das ist wahrscheinlich auch kein wirklich &#039;objektives&#039; kriterium, aber eines, was dem werk selbst entnommen ist und vor allem nicht den rekurs auf au&#223;ertextliche, sprich auto-biographische quellen ben&#246;tigt, die du ja auch ausschlie&#223;en m&#246;chtest.

k&#246;nntest du mir hierin folgen oder gar zustimmen? liegt darin so etwas wie ein evidenzgef&#252;hl begr&#252;ndet, da&#223; uns ja bei der lekt&#252;re erfa&#223;t zu haben scheint?

liebe gr&#252;&#223;e, uwe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>lieber helmut!</p>
<p>hab dank f&#252;r die ausf&#252;hrungen.</p>
<p>wenn aber evidenz das &#8216;weiche&#8217; kriterium sein soll, dann mu&#223; eine begegnung zwischen werk und leser stattfinden, die eben diese evidenz entstehen l&#228;&#223;t. es mu&#223; also eine idealtypische korrespondenz zwischen werk und rezipienten stattfinden, das werk mu&#223; sozusagen sich seinen idealen leser bilden, damit es zu seiner vollg&#252;ltigen wirkung gelangt. findet diese nicht statt, bleibt es im schlechtesten falle wirkungslos, wie nicht gelesen. </p>
<p>in den meisten f&#228;llen wird das auch so sein. kann das aber sein? mu&#223; es nicht doch noch &#8216;objektive&#8217; oder textimmanente kriterien geben, die im falle des polenta-buches greifen und die &#8211; nachvollziehbar f&#252;r dritte &#8211; in der lage sind, es als ein sprachk&#252;nstlerisches meisterst&#252;ck zu charakterisieren? klar braucht man dazu eine akribische textanalyse. aber vielleicht reicht auch schon die feststellung, da&#223; in diesem buch ein maximum an erlittener erfahrung sich in einer erz&#228;hlerischen reduktion manifestiert, die gerade in ihrem minimalismus eine lyrische intensit&#228;t erreicht, die den leser unmittelbar erfa&#223;t und &#252;berzeugt, wie sonst nur gedichte es tun. ohnehin erscheint mir das buch &#8211; mit ausnahme einiger deskriptiver passagen &#8211; wie ein assoziativ gereihtes prosa-gedicht, was in seinem falle gerade die unverwechselbare qualit&#228;t ausmacht, die darin liegt, da&#223; form und inhalt, erz&#228;hlperspektive und thema ideal zur deckung gebracht wurden. daran vor allem lag es, da&#223; es bei mir &#8220;innere epoche&#8221; machte und in seiner wirkung noch lange anhielt. was nicht hei&#223;t, da&#223; diese wirkung von jedem prosa-gedicht ausgeht, aber von diesem allemal und mit einer nachhaltigkeit, die noch lange anh&#228;lt.</p>
<p>das ist wahrscheinlich auch kein wirklich &#8216;objektives&#8217; kriterium, aber eines, was dem werk selbst entnommen ist und vor allem nicht den rekurs auf au&#223;ertextliche, sprich auto-biographische quellen ben&#246;tigt, die du ja auch ausschlie&#223;en m&#246;chtest.</p>
<p>k&#246;nntest du mir hierin folgen oder gar zustimmen? liegt darin so etwas wie ein evidenzgef&#252;hl begr&#252;ndet, da&#223; uns ja bei der lekt&#252;re erfa&#223;t zu haben scheint?</p>
<p>liebe gr&#252;&#223;e, uwe.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/02/19/aglaja-veteranyi-das-regal-der-letzten-atemzuge/comment-page-1/#comment-1042</link>
		<dc:creator>helmut</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Mar 2006 06:58:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=48#comment-1042</guid>
		<description>Lieber Uwe,

danke f&#252;r die Frage.
Gute Frage, schwere Frage.
Sie geht Richtung Kern.
Aber wie immer sind Warum-Fragen, Kinder stellen sie gern, nicht leicht zu beantworten?
Vor vielen Jahren kam ein Freund abends zu Besuch, legte mir vier Gedichte vor und fragte mich, welches von einem Computer verfasst worden sei. Ich habe sie durchgelesen und nach kurzem &#252;berlegen nannte ich ihm das, das es meiner Meinung nach sein m&#252;sste; es stimmte.
Um damit zu beginnen, was wohl ausscheidet: das Autobiographische. Das kann allenfalls Beglaubigung sein, Unterst&#252;tzung, Erg&#228;nzung. (Vgl. dazu vielleicht die kurze W&#252;rdigung von Hilde Domin durch Ulrich Greiner in der neuen &quot;Zeit&quot;)
Ein hartes Kriterium gibt es wohl nicht.
Vielleicht kann man nur von der Wirkung ausgehen, die ein Text auf einen hat und dabei auf die Erfahrung vertrauen, die man gesammelt hat. Also auf alles, was sich im Lauf der Jahre so an Leben, Lekt&#252;re, Geschriebenem in einem angesammelt und einen gebildet hat.
Wirkt es auf mich authentisch oder nicht? 
Wirkt es echt oder kitschig?

-Mehr nicht?-
Man k&#246;nnte jetzt in mehr oder weniger subtile Textanalysen einsteigen - am Ende bliebe es doch in einem Bereich, der nicht wirklich hart zu machen ist. - Du nennst Beispiele selbst: das enorme Kinderleid, das hier, auch durch den naiven Blick und die ungew&#246;hnlichen sprachlichen Bilder sowie das Nochnichtverstehen des Kindes, das das was ihm widerf&#228;hrt und angetan wird auch noch gegen sich selbst wendet, aufgefaltet wird.
Nun ist Evidenz keine befriedigende Antwort, aber vielleicht die einzige, die ehrlicher Weise m&#246;glich ist, was aber durchaus auch seine positive Seite hat
Um auf Muschg einzugehen: die Beglaubigung l&#228;ge in der Wirkung, die der Text auf uns hat, darin, ob er, innere Epoche in uns macht oder flach bleibt und schnell vergessen oder gar nicht erst wirklich wahrgenommen wird. Und das hat nicht nur mit dem Text, das hat eben auch mit uns zu tun. Frei nach Lichtenberg: wo ein Kopf und ein Buch zusammenstossen...
Das Kriterium ist man selbst.
Das was in einem entsteht und aufgerufen wird, das was echot, die T&#246;ne, die auf dem inneren Klavier der Erfahrung angeschlagen werden.

Oder?

Sch&#246;ne Gr&#252;sse,

Helmut</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Uwe,</p>
<p>danke f&#252;r die Frage.<br />
Gute Frage, schwere Frage.<br />
Sie geht Richtung Kern.<br />
Aber wie immer sind Warum-Fragen, Kinder stellen sie gern, nicht leicht zu beantworten?<br />
Vor vielen Jahren kam ein Freund abends zu Besuch, legte mir vier Gedichte vor und fragte mich, welches von einem Computer verfasst worden sei. Ich habe sie durchgelesen und nach kurzem &#252;berlegen nannte ich ihm das, das es meiner Meinung nach sein m&#252;sste; es stimmte.<br />
Um damit zu beginnen, was wohl ausscheidet: das Autobiographische. Das kann allenfalls Beglaubigung sein, Unterst&#252;tzung, Erg&#228;nzung. (Vgl. dazu vielleicht die kurze W&#252;rdigung von Hilde Domin durch Ulrich Greiner in der neuen &#8220;Zeit&#8221;)<br />
Ein hartes Kriterium gibt es wohl nicht.<br />
Vielleicht kann man nur von der Wirkung ausgehen, die ein Text auf einen hat und dabei auf die Erfahrung vertrauen, die man gesammelt hat. Also auf alles, was sich im Lauf der Jahre so an Leben, Lekt&#252;re, Geschriebenem in einem angesammelt und einen gebildet hat.<br />
Wirkt es auf mich authentisch oder nicht?<br />
Wirkt es echt oder kitschig?</p>
<p>-Mehr nicht?-<br />
Man k&#246;nnte jetzt in mehr oder weniger subtile Textanalysen einsteigen &#8211; am Ende bliebe es doch in einem Bereich, der nicht wirklich hart zu machen ist. &#8211; Du nennst Beispiele selbst: das enorme Kinderleid, das hier, auch durch den naiven Blick und die ungew&#246;hnlichen sprachlichen Bilder sowie das Nochnichtverstehen des Kindes, das das was ihm widerf&#228;hrt und angetan wird auch noch gegen sich selbst wendet, aufgefaltet wird.<br />
Nun ist Evidenz keine befriedigende Antwort, aber vielleicht die einzige, die ehrlicher Weise m&#246;glich ist, was aber durchaus auch seine positive Seite hat<br />
Um auf Muschg einzugehen: die Beglaubigung l&#228;ge in der Wirkung, die der Text auf uns hat, darin, ob er, innere Epoche in uns macht oder flach bleibt und schnell vergessen oder gar nicht erst wirklich wahrgenommen wird. Und das hat nicht nur mit dem Text, das hat eben auch mit uns zu tun. Frei nach Lichtenberg: wo ein Kopf und ein Buch zusammenstossen&#8230;<br />
Das Kriterium ist man selbst.<br />
Das was in einem entsteht und aufgerufen wird, das was echot, die T&#246;ne, die auf dem inneren Klavier der Erfahrung angeschlagen werden.</p>
<p>Oder?</p>
<p>Sch&#246;ne Gr&#252;sse,</p>
<p>Helmut</p>
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		<title>Von: Kathrin</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2006/02/19/aglaja-veteranyi-das-regal-der-letzten-atemzuge/comment-page-1/#comment-1041</link>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2006 18:05:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/?p=48#comment-1041</guid>
		<description>Das Buch h&#246;rt sich sehr interessant an. Danke f&#252;r den guten Tipp. Ich werde es auch f&#252;r das Cid-femmes anschaffen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Buch h&#246;rt sich sehr interessant an. Danke f&#252;r den guten Tipp. Ich werde es auch f&#252;r das Cid-femmes anschaffen.</p>
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