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	<title>Kommentare zu: Hans J&#252;rgen von der Wense:  &#8220;Wanderjahre&#8221;</title>
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	<description>Bücher, Bücher</description>
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		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/06/28/hans-jurgen-von-der-wense-wanderjahre/comment-page-1/#comment-6765</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jul 2007 14:01:05 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Michael,

zwischen Begeisterung und Rechenschaftsbericht besteht ja durchaus eine gewisse Spannweite...
Dass Wense aus Gelesenem sch&#246;pft, daraus macht er ja gar keinen Hehl.
Dass er  - in seiner Begeisterung? - schw&#228;rmt und auch mal dicker auftr&#228;gt als man als n&#246;tig empfinden w&#252;rde, ist richtig.
Und ich habe mich gefragt, wie ´echt´ diese Begeisterung ist - oder ob nicht schon diese ein Kunstprodukt darstellt. Etwas f&#252;r den Adressaten fingiertes.
Was aber die Klischees und vor allem Fehler angeht, k&#246;nntest Du was Dir auff&#228;llt, doch mal sammeln und in einem Kommentar niederlegen. Das w&#228;re interessant, wom&#246;glich auch f&#252;r den Herausgeber respektive Verleger?
Du pl&#228;dierst f&#252;r den Romantiker Wense - es kommt darauf an, was man bei dem weiten Feld Romantik assoziiert.
Mir ist nicht aufgefallen, dass er sich auf die von Dir angef&#252;hrten Autoren beriefe. Aber es ist denkbar, dass er es dezidiert vermied. Man kann einiges spekulieren, etwas Genaues wei&#223; man nicht.
Unter bestimmten Vorzeichen bzw. mit bestimmten Definitionen k&#246;nnte man ihn als sp&#228;ten 
Romantiker bezeichnen. Interesse f&#252;r die Chiffrenschrift der Natur oder Parallelen dazu w&#252;&#223;te ich bei ihm jetzt keine. (Seinerzeit war sie wohl ein allseits benutztes Klischee - selbst in den Werken E.T.A. Hoffmanns fand sie Niederschlag.) Von einem unendlichen Reflexionsproze&#223; k&#246;nnte man schon eher reden - Wense brachte ja seine Werke kaum zu Ende. Es kommt auf den Ma&#223;stab und den Romantik-Begriff an, den man anlegt.
Interessant ist das Ph&#228;nomen der &#220;bertragung. Das ansteckende Moment jedes Lesens. An sich doch merkw&#252;rdig, dass kleine schwarze Zeichen auf wei&#223;em Papier Gedanken anzustossem, Gef&#252;hle zu erregen oder Sehns&#252;cht zu erwecken in der Lage sind. Und wenn man Autoren Revue passieren l&#228;&#223;t: Wer h&#228;tte eine vergleichbare Verve wie Wense? Man kann sie naiv finden, bel&#228;cheln, abtun. Aber offenbar kann sie etwas bewegen. Und Bewegung spielt eine zentrale Rolle in seinem Schreiben. Nicht nur, dass er sich wandernd bewegt. In seinem Schreiben fielen mir Bewegungsbeschreibungen auf, sehr dynamisch zum Teil, seine Briefe gleichen ja teils abbrenn enden Feuerwerken.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Michael,</p>
<p>zwischen Begeisterung und Rechenschaftsbericht besteht ja durchaus eine gewisse Spannweite&#8230;<br />
Dass Wense aus Gelesenem sch&#246;pft, daraus macht er ja gar keinen Hehl.<br />
Dass er  &#8211; in seiner Begeisterung? &#8211; schw&#228;rmt und auch mal dicker auftr&#228;gt als man als n&#246;tig empfinden w&#252;rde, ist richtig.<br />
Und ich habe mich gefragt, wie ´echt´ diese Begeisterung ist &#8211; oder ob nicht schon diese ein Kunstprodukt darstellt. Etwas f&#252;r den Adressaten fingiertes.<br />
Was aber die Klischees und vor allem Fehler angeht, k&#246;nntest Du was Dir auff&#228;llt, doch mal sammeln und in einem Kommentar niederlegen. Das w&#228;re interessant, wom&#246;glich auch f&#252;r den Herausgeber respektive Verleger?<br />
Du pl&#228;dierst f&#252;r den Romantiker Wense &#8211; es kommt darauf an, was man bei dem weiten Feld Romantik assoziiert.<br />
Mir ist nicht aufgefallen, dass er sich auf die von Dir angef&#252;hrten Autoren beriefe. Aber es ist denkbar, dass er es dezidiert vermied. Man kann einiges spekulieren, etwas Genaues wei&#223; man nicht.<br />
Unter bestimmten Vorzeichen bzw. mit bestimmten Definitionen k&#246;nnte man ihn als sp&#228;ten<br />
Romantiker bezeichnen. Interesse f&#252;r die Chiffrenschrift der Natur oder Parallelen dazu w&#252;&#223;te ich bei ihm jetzt keine. (Seinerzeit war sie wohl ein allseits benutztes Klischee &#8211; selbst in den Werken E.T.A. Hoffmanns fand sie Niederschlag.) Von einem unendlichen Reflexionsproze&#223; k&#246;nnte man schon eher reden &#8211; Wense brachte ja seine Werke kaum zu Ende. Es kommt auf den Ma&#223;stab und den Romantik-Begriff an, den man anlegt.<br />
Interessant ist das Ph&#228;nomen der &#220;bertragung. Das ansteckende Moment jedes Lesens. An sich doch merkw&#252;rdig, dass kleine schwarze Zeichen auf wei&#223;em Papier Gedanken anzustossem, Gef&#252;hle zu erregen oder Sehns&#252;cht zu erwecken in der Lage sind. Und wenn man Autoren Revue passieren l&#228;&#223;t: Wer h&#228;tte eine vergleichbare Verve wie Wense? Man kann sie naiv finden, bel&#228;cheln, abtun. Aber offenbar kann sie etwas bewegen. Und Bewegung spielt eine zentrale Rolle in seinem Schreiben. Nicht nur, dass er sich wandernd bewegt. In seinem Schreiben fielen mir Bewegungsbeschreibungen auf, sehr dynamisch zum Teil, seine Briefe gleichen ja teils abbrenn enden Feuerwerken.</p>
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	<item>
		<title>Von: MB</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/06/28/hans-jurgen-von-der-wense-wanderjahre/comment-page-1/#comment-6739</link>
		<dc:creator>MB</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jun 2007 09:24:23 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Helmut,

der sich selbst ent&#252;ndende Wense reicht die Flamme der Begeisterung offenbar weiter an seine Leser. In Deinen etwas unsortiert erscheinenden &#196;u&#223;erungen (so unsortiert wie Wenses Gedankenlandschaft - und das ist weder eine Kritik an Wense noch an Deinem hier angewandten Rezensionsstil, ja, dieser ist vielleicht der einzig Sinnvolle!) erkenne ich eigene Leseerlebnisse und Gedanken wieder. Wense Ernst nehmen, ja, warum nicht!
Aber da Zustimmung langweilt, seien Erg&#228;nzungen und vielleicht punktuell widersprechende Einw&#252;rfe erlaubt:
F&#252;r mich gar keine Frage, dass Wense ein Romantiker war, ich sehe darin auch nichts Abwertendes, wenn man unter Romantik eben nicht die Kitsch- oder Wandervogelromantik meint, sondern die Fr&#252;hromantik um 1800. Autoren wie Novalis, Tieck oder Wackenroder ging es wie Wense um die Erfahrung der Natur als eine Art allumfassendes Wesen. Hier spielen die mystischen Theorien des Wanderers Jakob B&#246;hme, der im Mikrokosmos den Makrokosmos gespiegelt sah und Natur als Sprache Gottes empfand, eine entscheidende Rolle. Ich habe nicht alles gelesen von Wense, aber interessant f&#228;nde ich, ob er die Fr&#252;hromantiker oder die Schriften B&#246;hmes erw&#228;hnt. Landschaft als zu entziffernde Hieroglyphe oder Chiffre (wie es wortw&#246;rtlich ja bei Wackenroder steht) zu interpretieren, ist doch auch das Konzept von Wense.
Beim Lesen seiner Briefe - auch diese kann man sich immer nur portionsweise zu Gem&#252;te f&#252;hren - habe ich gelegentlich das imagin&#228;re &quot;Bild&quot; vor Augen, wie er in seinem studentenbudenartigen Zimmer sitzt und sein Kopf erf&#252;llt ist von den am Tage gesehenen, als gewaltig empfundenen R&#228;umen. So &#252;bertr&#228;gt sich die Begeisterung, man w&#252;nscht sich selber, die beschriebenen Landschaften zu sehen, und vor allem: sie so zu sehen wie Wense.
Ein Wermutstropfen bei der Wenselekt&#252;re ist f&#252;r mich aber der gro&#223;sprecherische Ton: &quot;ich habe entdeckt&quot;, &quot;ich habe herausgefunden&quot; usw., womit er suggeriert, dass vor ihm niemand diese besonderen Entdeckungen, die sich meist auf historische Fakten beziehen, gemacht hat. Entdeckt hat Wense aber alles in den Bibliotheken, in bereits ver&#246;ffentlichter Literatur, nicht in unpublizierten Quellen aus staubigen Archiven. Und vieles, was sich auf Kunst oder Architektur bezieht, ist oft klischee- oder fehlerhaft. Es schm&#228;lert mir gelegentlich den Lesegenuss, wenn er bereits Bekanntes als Neuheit von wissenschaftlichem Wert seinen Brieflesern pr&#228;sentiert. Gerechterweise muss man sagen: f&#252;r diese wurden die Texte ja geschrieben, weniger f&#252;r die gr&#246;&#223;ere &#214;ffentlichkeit. Manches ist daher wohl auch als Rechenschaftsbericht f&#252;r seine G&#246;nner zu verstehen.
Aber alles in allem bleibt die ansteckende Begeisterung...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Helmut,</p>
<p>der sich selbst ent&#252;ndende Wense reicht die Flamme der Begeisterung offenbar weiter an seine Leser. In Deinen etwas unsortiert erscheinenden &#196;u&#223;erungen (so unsortiert wie Wenses Gedankenlandschaft &#8211; und das ist weder eine Kritik an Wense noch an Deinem hier angewandten Rezensionsstil, ja, dieser ist vielleicht der einzig Sinnvolle!) erkenne ich eigene Leseerlebnisse und Gedanken wieder. Wense Ernst nehmen, ja, warum nicht!<br />
Aber da Zustimmung langweilt, seien Erg&#228;nzungen und vielleicht punktuell widersprechende Einw&#252;rfe erlaubt:<br />
F&#252;r mich gar keine Frage, dass Wense ein Romantiker war, ich sehe darin auch nichts Abwertendes, wenn man unter Romantik eben nicht die Kitsch- oder Wandervogelromantik meint, sondern die Fr&#252;hromantik um 1800. Autoren wie Novalis, Tieck oder Wackenroder ging es wie Wense um die Erfahrung der Natur als eine Art allumfassendes Wesen. Hier spielen die mystischen Theorien des Wanderers Jakob B&#246;hme, der im Mikrokosmos den Makrokosmos gespiegelt sah und Natur als Sprache Gottes empfand, eine entscheidende Rolle. Ich habe nicht alles gelesen von Wense, aber interessant f&#228;nde ich, ob er die Fr&#252;hromantiker oder die Schriften B&#246;hmes erw&#228;hnt. Landschaft als zu entziffernde Hieroglyphe oder Chiffre (wie es wortw&#246;rtlich ja bei Wackenroder steht) zu interpretieren, ist doch auch das Konzept von Wense.<br />
Beim Lesen seiner Briefe &#8211; auch diese kann man sich immer nur portionsweise zu Gem&#252;te f&#252;hren &#8211; habe ich gelegentlich das imagin&#228;re &#8220;Bild&#8221; vor Augen, wie er in seinem studentenbudenartigen Zimmer sitzt und sein Kopf erf&#252;llt ist von den am Tage gesehenen, als gewaltig empfundenen R&#228;umen. So &#252;bertr&#228;gt sich die Begeisterung, man w&#252;nscht sich selber, die beschriebenen Landschaften zu sehen, und vor allem: sie so zu sehen wie Wense.<br />
Ein Wermutstropfen bei der Wenselekt&#252;re ist f&#252;r mich aber der gro&#223;sprecherische Ton: &#8220;ich habe entdeckt&#8221;, &#8220;ich habe herausgefunden&#8221; usw., womit er suggeriert, dass vor ihm niemand diese besonderen Entdeckungen, die sich meist auf historische Fakten beziehen, gemacht hat. Entdeckt hat Wense aber alles in den Bibliotheken, in bereits ver&#246;ffentlichter Literatur, nicht in unpublizierten Quellen aus staubigen Archiven. Und vieles, was sich auf Kunst oder Architektur bezieht, ist oft klischee- oder fehlerhaft. Es schm&#228;lert mir gelegentlich den Lesegenuss, wenn er bereits Bekanntes als Neuheit von wissenschaftlichem Wert seinen Brieflesern pr&#228;sentiert. Gerechterweise muss man sagen: f&#252;r diese wurden die Texte ja geschrieben, weniger f&#252;r die gr&#246;&#223;ere &#214;ffentlichkeit. Manches ist daher wohl auch als Rechenschaftsbericht f&#252;r seine G&#246;nner zu verstehen.<br />
Aber alles in allem bleibt die ansteckende Begeisterung&#8230;</p>
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