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	<title>Kommentare zu: Giorgio Bassani: &#8220;Der Reiher&#8221;</title>
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	<description>Bücher, Bücher</description>
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		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7079</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jan 2008 19:52:07 +0000</pubDate>
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		<description>Ausweitung der Kampfzone - auch ein Aspekt. Wer verf&#252;gte &#252;ber ein sinnvolles Leben - gibts das &#252;berhaupt, nicht schlecht - oder ganz schlecht? Und gilt´s nur f&#252;r diesen Roman?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ausweitung der Kampfzone &#8211; auch ein Aspekt. Wer verf&#252;gte &#252;ber ein sinnvolles Leben &#8211; gibts das &#252;berhaupt, nicht schlecht &#8211; oder ganz schlecht? Und gilt´s nur f&#252;r diesen Roman?</p>
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		<title>Von: MB</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7078</link>
		<dc:creator>MB</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jan 2008 22:10:45 +0000</pubDate>
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		<description>Ich glaube, Eure letzten Kommentare bringen tats&#228;chlich auf den Punkt, was ich mit dem Atmosph&#228;rischen meinte bzw. was mich zu einer bestimmten, von Anfang an auf den Tod abzielenden Lesart, brachte: diese existentialistische Leere, der untergr&#252;ndige Selbsthass von L., die M&#252;digkeit, die in jeder Handlung des Protagonisten steckt. Dass dieser &quot;Ton&quot; im ganzen Buch durchgehalten wird, geh&#246;rt f&#252;r mich ebenso zu den St&#228;rken wie der offene Schluss. Auch ich bin gar nicht sicher, ob sich L. wirklich t&#246;tet.

Auch ein interessanter Aspekt: f&#252;r die Personen aus Limentanis Umfeld deutet vermutlich nichts auf seine Selbstmordabsicht hin. Er ist halt ein Kauz. Sich umbringen? Warum sollte er? - Genauso gut k&#246;nnte es doch sein, dass jede im Roman vorgestellte Figur an demselben Tag mit ihrem Leben  abgeschlossen hat: der zerm&#252;rbte, m&#252;rrische Hausmeister, der sich &#252;ber seine Tochter gr&#228;mt; der alte Faschist in seinem sch&#228;bigen Hotel; der Jagdgehilfe, der Stunden auf den J&#228;ger wartet, obwohl jeder vern&#252;nftige Mensch l&#228;ngst nach Hause gegangen w&#228;re, der dann im Rausch die V&#246;gel abknallt - am Ende k&#246;nnte er sich doch auch eine Kugel in den K&#246;rper jagen. Ich sch&#228;tze, das ist es, was Uwe mit dem Existentialismus des Romans meint. Jedes der geschilderten Leben ist absurd und irgendwie (man zwinge mich nicht, dieses &quot;irgendwie&quot; zu definieren oder zu belegen) sinnlos. Sie k&#246;nnten sich alle umbringen - und es genauso gut lassen, business as usual.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube, Eure letzten Kommentare bringen tats&#228;chlich auf den Punkt, was ich mit dem Atmosph&#228;rischen meinte bzw. was mich zu einer bestimmten, von Anfang an auf den Tod abzielenden Lesart, brachte: diese existentialistische Leere, der untergr&#252;ndige Selbsthass von L., die M&#252;digkeit, die in jeder Handlung des Protagonisten steckt. Dass dieser &#8220;Ton&#8221; im ganzen Buch durchgehalten wird, geh&#246;rt f&#252;r mich ebenso zu den St&#228;rken wie der offene Schluss. Auch ich bin gar nicht sicher, ob sich L. wirklich t&#246;tet.</p>
<p>Auch ein interessanter Aspekt: f&#252;r die Personen aus Limentanis Umfeld deutet vermutlich nichts auf seine Selbstmordabsicht hin. Er ist halt ein Kauz. Sich umbringen? Warum sollte er? &#8211; Genauso gut k&#246;nnte es doch sein, dass jede im Roman vorgestellte Figur an demselben Tag mit ihrem Leben  abgeschlossen hat: der zerm&#252;rbte, m&#252;rrische Hausmeister, der sich &#252;ber seine Tochter gr&#228;mt; der alte Faschist in seinem sch&#228;bigen Hotel; der Jagdgehilfe, der Stunden auf den J&#228;ger wartet, obwohl jeder vern&#252;nftige Mensch l&#228;ngst nach Hause gegangen w&#228;re, der dann im Rausch die V&#246;gel abknallt &#8211; am Ende k&#246;nnte er sich doch auch eine Kugel in den K&#246;rper jagen. Ich sch&#228;tze, das ist es, was Uwe mit dem Existentialismus des Romans meint. Jedes der geschilderten Leben ist absurd und irgendwie (man zwinge mich nicht, dieses &#8220;irgendwie&#8221; zu definieren oder zu belegen) sinnlos. Sie k&#246;nnten sich alle umbringen &#8211; und es genauso gut lassen, business as usual.</p>
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		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7077</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jan 2008 15:11:29 +0000</pubDate>
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		<description>Zu Nr. 13 und Nr. 14:

Atmosph&#228;risch - ja, das gibt es, aber es lie&#223;e sich vielleicht auch am Text oder an Textstellen festmachen? Der Brunnen und das wilde Tier - gut, ja, da schwingt Ungutes mit, sicher, aber wenn das immer gleich die ultima ratio zur Konsequenz h&#228;tte, w&#228;re auf der Welt mehr Platz.
Ein Jagdunfall w&#228;re denkbar gewesen. - Hat sich dann aber nicht bewahrheitet, im Gegenteil, L. wollte zwar zur Jagd - warum eigentlich?, im Winter, wenn er nicht schie&#223;en will und am Erlegten kein Interesse hat und es verschenkt - aber offenbar nicht t&#246;ten.

Die Interpretation von Uwe in Nr. 14 gef&#228;llt mir sehr gut und ich kann da bis auf die beiden letzten Abs&#228;tze gut mitgehen.
Aber nat&#252;rlich bleibt die Frage offen: WARUM? Das spart Bassani aus - und das ist, sch&#228;tze ich, ein Teil der beunruhigenden Wirkung dieses Buches. Es gibt keine nachvollziehbare Erkl&#228;rung, die dem Leser angeboten wird. 
Wichtig scheint mir, dass L. nicht nur mit dem Leben unzufrieden ist - das sind viele -, sondern der erw&#228;hnte Unwille gegen die eigene Person.
Allerdings, das hatte ich, glaube ich, schon erw&#228;hnt, ginge meine Spekulation in die Richtung, dass er den letzten Schritt nicht vollzieht. Aber es ist m&#252;ssig, sich auszutauschen und These gegen These zu stellen: Wir wissen es nicht. 
Von daher kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, dass er seine Entscheidungsschw&#228;che einmal &#252;berwindet. - Im Gegenteil k&#246;nnte man gerade fragen: Warum denn ausgerechnet jetzt? - Er war betrunken, es ist Winter - vielleicht war es nur ein schlechtes Wochenende?
Jedenfalls ist L. eine moderne Figur und vielleicht kennt jeder Leser ein mehr oder weniger gro&#223;es St&#252;ck weit auch die Absurdit&#228;t, die L. empfindet von sich selbst und vielleicht war es auch das, was Michael zu seiner Lesart brachte?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Nr. 13 und Nr. 14:</p>
<p>Atmosph&#228;risch &#8211; ja, das gibt es, aber es lie&#223;e sich vielleicht auch am Text oder an Textstellen festmachen? Der Brunnen und das wilde Tier &#8211; gut, ja, da schwingt Ungutes mit, sicher, aber wenn das immer gleich die ultima ratio zur Konsequenz h&#228;tte, w&#228;re auf der Welt mehr Platz.<br />
Ein Jagdunfall w&#228;re denkbar gewesen. &#8211; Hat sich dann aber nicht bewahrheitet, im Gegenteil, L. wollte zwar zur Jagd &#8211; warum eigentlich?, im Winter, wenn er nicht schie&#223;en will und am Erlegten kein Interesse hat und es verschenkt &#8211; aber offenbar nicht t&#246;ten.</p>
<p>Die Interpretation von Uwe in Nr. 14 gef&#228;llt mir sehr gut und ich kann da bis auf die beiden letzten Abs&#228;tze gut mitgehen.<br />
Aber nat&#252;rlich bleibt die Frage offen: WARUM? Das spart Bassani aus &#8211; und das ist, sch&#228;tze ich, ein Teil der beunruhigenden Wirkung dieses Buches. Es gibt keine nachvollziehbare Erkl&#228;rung, die dem Leser angeboten wird.<br />
Wichtig scheint mir, dass L. nicht nur mit dem Leben unzufrieden ist &#8211; das sind viele -, sondern der erw&#228;hnte Unwille gegen die eigene Person.<br />
Allerdings, das hatte ich, glaube ich, schon erw&#228;hnt, ginge meine Spekulation in die Richtung, dass er den letzten Schritt nicht vollzieht. Aber es ist m&#252;ssig, sich auszutauschen und These gegen These zu stellen: Wir wissen es nicht.<br />
Von daher kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, dass er seine Entscheidungsschw&#228;che einmal &#252;berwindet. &#8211; Im Gegenteil k&#246;nnte man gerade fragen: Warum denn ausgerechnet jetzt? &#8211; Er war betrunken, es ist Winter &#8211; vielleicht war es nur ein schlechtes Wochenende?<br />
Jedenfalls ist L. eine moderne Figur und vielleicht kennt jeder Leser ein mehr oder weniger gro&#223;es St&#252;ck weit auch die Absurdit&#228;t, die L. empfindet von sich selbst und vielleicht war es auch das, was Michael zu seiner Lesart brachte?</p>
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		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7076</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jan 2008 10:32:45 +0000</pubDate>
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		<description>wie schon in meinen kommentaren 1 und 3 ausgef&#252;hrt, ist es f&#252;r mich die geschichte eines mittelalten mannes, der sich der absurdit&#228;t seines lebens bewu&#223;t wird und daraus konsequenzen zieht. welche, und ob eine t&#246;dliche, bleibt offen, doch einiges deutet darauf hin, da&#223; er seine tr&#228;gheit &#252;berwindet und den tag als seinen letzten beschlie&#223;en wird. 
ein tag wird geschildert, der wie die probe aufs exempel seines lebens erscheint: alle begegnungen und situationen f&#252;hren bei ihm dazu, seine umfassende existentielle haltlosigkeit offenzulegen, ihm seine unbehaustheit im leben und in der welt vor augen zu f&#252;hren. das &quot;wilde tier&quot;, das ihn schon am morgen bef&#228;llt, ist - meiner lesart zufolge und wie helmut schon anmerkte - sein unterbewu&#223;tsein, das mehr &quot;wei&#223;&quot; als er selbst und ihn quasi antreibt, diesen tag auf sich zu nehmen, den jagdausflug gewisserma&#223;en als einen &quot;scheideweg&quot; (122) anzunehmen und sich endlich den entscheidenden fragen zu stellen: warum lebe ich (so)? wer bin ich (eigentlich)? dies ist ihm zun&#228;chst und bis weit in den tag hinein nicht bewu&#223;t, kommt nur in undeutlichen gef&#252;hlen und stimmungen, reflexionen und erinnerungen in ihm auf, doch m&#252;ndet dieser proze&#223; des zunehmenden fremdwerdens des eigenen, bisherigen lebens in die erkenntnis seiner v&#246;lligen sinnlosigkeit. die unzufriedenheit mit dem eigenen leben, der widerwille gegen die eigene person nimmt &#252;ber den tag hinweg stetig zu, das &quot;wilde tier&quot; oder die &quot;bestie&quot;, wie es an einer anderen stelle hei&#223;t (100), g&#246;nnt ihm keine ruhe. er wird gezwungen, sich in spiegelfl&#228;chen zu erkennen, und zwar als eine person, die im begriffe ist, sich aufzul&#246;sen (102). zu dieser fortschreitenden entwirklichung seiner person und der distanzierung dem eigenen leben gegen&#252;ber pa&#223;t auch der kastrationstraum (104-108) und die einsicht, da&#223; er schon den ganzen tag &#252;ber irr redet, phantasiert (125). kommt es ihm zu beginn des tages so vor, als w&#228;re er von seiner um-welt wie durch eine glasscheibe getrennt (15), so f&#252;hlt er sich am ende desselben tages gerade hinter dieser glasscheibe in sicherheit, geborgen (135): vor dem schaufenster des tierpr&#228;parators kommt ihm die  pl&#246;tzliche aber durch die ereignisse das tages nicht mehr wirklich &#252;berraschende erkenntnis, da&#223; der tod seine rettung, befreiung sein k&#246;nnte. 
ob er die tat wirklich ausf&#252;hrt, bleibt offen, wird nicht erz&#228;hlt. ich f&#252;r meinen teil glaube aber, da&#223; er den bindfaden ziehen wird, denn: wozu dieser ganze erz&#228;hlerische aufwand, wenn am ende ein lebensm&#252;der zu tr&#228;ge ist, die erkenntnis seiner absurden existenz nicht in die todbringende tat umzusetzen in der lage ist? so wie er nach dem bad seine &#252;ber den tag anhaltenen verdauungsst&#246;rungen aufzuheben vorhat, die verstopfung in eine entleerung &#252;berf&#252;hren will, so wird er meiner einsch&#228;tzung nach dieses leben, diese welt mit einem oder zwei gewehrsch&#252;ssen verlassen. aber definitives wird dar&#252;ber nicht erz&#228;hlt, das will ich zugeben.
so viel zu meiner lesart, die mir nahegelegt wurde aufgrund der sehr stringent und ohne jede larmoyanz erz&#228;hlten geschichte &#252;ber einen mann, der seine lebenslange willens- und entscheidungsschw&#228;che wenigstens einmal &#252;berwindet - paradoxer weise mit dem ergebnis seiner muma&#223;lichen selbstausl&#246;schung.
lg, uwe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>wie schon in meinen kommentaren 1 und 3 ausgef&#252;hrt, ist es f&#252;r mich die geschichte eines mittelalten mannes, der sich der absurdit&#228;t seines lebens bewu&#223;t wird und daraus konsequenzen zieht. welche, und ob eine t&#246;dliche, bleibt offen, doch einiges deutet darauf hin, da&#223; er seine tr&#228;gheit &#252;berwindet und den tag als seinen letzten beschlie&#223;en wird.<br />
ein tag wird geschildert, der wie die probe aufs exempel seines lebens erscheint: alle begegnungen und situationen f&#252;hren bei ihm dazu, seine umfassende existentielle haltlosigkeit offenzulegen, ihm seine unbehaustheit im leben und in der welt vor augen zu f&#252;hren. das &#8220;wilde tier&#8221;, das ihn schon am morgen bef&#228;llt, ist &#8211; meiner lesart zufolge und wie helmut schon anmerkte &#8211; sein unterbewu&#223;tsein, das mehr &#8220;wei&#223;&#8221; als er selbst und ihn quasi antreibt, diesen tag auf sich zu nehmen, den jagdausflug gewisserma&#223;en als einen &#8220;scheideweg&#8221; (122) anzunehmen und sich endlich den entscheidenden fragen zu stellen: warum lebe ich (so)? wer bin ich (eigentlich)? dies ist ihm zun&#228;chst und bis weit in den tag hinein nicht bewu&#223;t, kommt nur in undeutlichen gef&#252;hlen und stimmungen, reflexionen und erinnerungen in ihm auf, doch m&#252;ndet dieser proze&#223; des zunehmenden fremdwerdens des eigenen, bisherigen lebens in die erkenntnis seiner v&#246;lligen sinnlosigkeit. die unzufriedenheit mit dem eigenen leben, der widerwille gegen die eigene person nimmt &#252;ber den tag hinweg stetig zu, das &#8220;wilde tier&#8221; oder die &#8220;bestie&#8221;, wie es an einer anderen stelle hei&#223;t (100), g&#246;nnt ihm keine ruhe. er wird gezwungen, sich in spiegelfl&#228;chen zu erkennen, und zwar als eine person, die im begriffe ist, sich aufzul&#246;sen (102). zu dieser fortschreitenden entwirklichung seiner person und der distanzierung dem eigenen leben gegen&#252;ber pa&#223;t auch der kastrationstraum (104-108) und die einsicht, da&#223; er schon den ganzen tag &#252;ber irr redet, phantasiert (125). kommt es ihm zu beginn des tages so vor, als w&#228;re er von seiner um-welt wie durch eine glasscheibe getrennt (15), so f&#252;hlt er sich am ende desselben tages gerade hinter dieser glasscheibe in sicherheit, geborgen (135): vor dem schaufenster des tierpr&#228;parators kommt ihm die  pl&#246;tzliche aber durch die ereignisse das tages nicht mehr wirklich &#252;berraschende erkenntnis, da&#223; der tod seine rettung, befreiung sein k&#246;nnte.<br />
ob er die tat wirklich ausf&#252;hrt, bleibt offen, wird nicht erz&#228;hlt. ich f&#252;r meinen teil glaube aber, da&#223; er den bindfaden ziehen wird, denn: wozu dieser ganze erz&#228;hlerische aufwand, wenn am ende ein lebensm&#252;der zu tr&#228;ge ist, die erkenntnis seiner absurden existenz nicht in die todbringende tat umzusetzen in der lage ist? so wie er nach dem bad seine &#252;ber den tag anhaltenen verdauungsst&#246;rungen aufzuheben vorhat, die verstopfung in eine entleerung &#252;berf&#252;hren will, so wird er meiner einsch&#228;tzung nach dieses leben, diese welt mit einem oder zwei gewehrsch&#252;ssen verlassen. aber definitives wird dar&#252;ber nicht erz&#228;hlt, das will ich zugeben.<br />
so viel zu meiner lesart, die mir nahegelegt wurde aufgrund der sehr stringent und ohne jede larmoyanz erz&#228;hlten geschichte &#252;ber einen mann, der seine lebenslange willens- und entscheidungsschw&#228;che wenigstens einmal &#252;berwindet &#8211; paradoxer weise mit dem ergebnis seiner muma&#223;lichen selbstausl&#246;schung.<br />
lg, uwe.</p>
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	<item>
		<title>Von: MB</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7075</link>
		<dc:creator>MB</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jan 2008 22:40:17 +0000</pubDate>
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		<description>Ich habe mir nun nicht mehr die M&#252;he gemacht (zumindest heute abend), den Anfang noch einmal zu lesen, es war etwas Atmosph&#228;risches, was mich gelegentlich an den m&#246;glichen  Selbstmord des Protagonisten denken lie&#223;, gerade dieses Sich-in-den-Brunnen-Fallenlassen. Interessanterweise scheint es da verschiedene Leseweisen zu geben. Ich m&#252;sste tats&#228;chlich noch einmal genauer nachsehen,  es ist merkw&#252;rdig, was durch Atmosph&#228;risches an Erwartungen im Leser  - je nach Temperament - geweckt werden kann. Zum Beispiel dachte ich abgesehen vom Selbstmord f&#252;r einen Moment noch, es w&#252;rde wom&#246;glich einen tragischen Jagdunfall geben, Lamentani erschie&#223;t versehentlich anstelle des Reihers seinen Gehilfen. Woher ich das jetzt wieder nehme? Keine Ahnung...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mir nun nicht mehr die M&#252;he gemacht (zumindest heute abend), den Anfang noch einmal zu lesen, es war etwas Atmosph&#228;risches, was mich gelegentlich an den m&#246;glichen  Selbstmord des Protagonisten denken lie&#223;, gerade dieses Sich-in-den-Brunnen-Fallenlassen. Interessanterweise scheint es da verschiedene Leseweisen zu geben. Ich m&#252;sste tats&#228;chlich noch einmal genauer nachsehen,  es ist merkw&#252;rdig, was durch Atmosph&#228;risches an Erwartungen im Leser  &#8211; je nach Temperament &#8211; geweckt werden kann. Zum Beispiel dachte ich abgesehen vom Selbstmord f&#252;r einen Moment noch, es w&#252;rde wom&#246;glich einen tragischen Jagdunfall geben, Lamentani erschie&#223;t versehentlich anstelle des Reihers seinen Gehilfen. Woher ich das jetzt wieder nehme? Keine Ahnung&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7074</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jan 2008 19:16:08 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Ich habe mir den Anfang noch einmal angesehen und finde meine Leseweise best&#228;tigt:&lt;br /&gt;
S. 10 der 2. Absatz - deutet das auf das Vorhaben eines ´Selbstmords´?&lt;br /&gt;
Oder S. 19 in der Mitte: &quot;Ja, sich trennen... .&quot; - Das ist doch kein Gedanke eines Selbstm&#246;rders.&lt;br /&gt;
Auch wird ja die doch eher pl&#246;tzliche Erkenntnis vor dem Schaufenster des Ausstopfers eindr&#252;cklich eschrieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch ich wollte mir ja besonders den Abschied von der Tochter ansehen.&lt;br /&gt;
Auf Selbstmordabsichten l&#228;&#223;t auch das nicht schlie&#223;en, aber &#252;ber zwei Formulierungen k&#246;nnten wir uns austauschen:&lt;br /&gt;
S. 20: Woher die Verzweiflung? Was k&#246;nnte das ´wilde Tier´ sein?&lt;br /&gt;
Und S. 20: Er ging die Treppe hinunter &quot;mit dem Gef&#252;hl, sich in einen Brunnen fallen zu lassen.&quot;&lt;br /&gt;
Was ist das f&#252;r eine Bildlichkeit?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du k&#246;nntest so argumentieren: Sein Unterbewusstsein wei&#223; schon mehr als er und ahnt oder diktiert bereits die vorbereitende Wahrnunehmung.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mir den Anfang noch einmal angesehen und finde meine Leseweise best&#228;tigt:<br />
S. 10 der 2. Absatz &#8211; deutet das auf das Vorhaben eines ´Selbstmords´?<br />
Oder S. 19 in der Mitte: &#8220;Ja, sich trennen&#8230; .&#8221; &#8211; Das ist doch kein Gedanke eines Selbstm&#246;rders.<br />
Auch wird ja die doch eher pl&#246;tzliche Erkenntnis vor dem Schaufenster des Ausstopfers eindr&#252;cklich eschrieben.</p>
<p>Doch ich wollte mir ja besonders den Abschied von der Tochter ansehen.<br />
Auf Selbstmordabsichten l&#228;&#223;t auch das nicht schlie&#223;en, aber &#252;ber zwei Formulierungen k&#246;nnten wir uns austauschen:<br />
S. 20: Woher die Verzweiflung? Was k&#246;nnte das ´wilde Tier´ sein?<br />
Und S. 20: Er ging die Treppe hinunter &#8220;mit dem Gef&#252;hl, sich in einen Brunnen fallen zu lassen.&#8221;<br />
Was ist das f&#252;r eine Bildlichkeit?</p>
<p>Du k&#246;nntest so argumentieren: Sein Unterbewusstsein wei&#223; schon mehr als er und ahnt oder diktiert bereits die vorbereitende Wahrnunehmung.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7073</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Jan 2008 09:32:04 +0000</pubDate>
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		<description>Selbstmord - oder wie man es nennen will, ich habe bei diesem Wort stets ein ungutes Gef&#252;hl, aber es ist einfach handhabbarer als &quot;Hand an sich legen&quot; - im Ernst als Befreiung su sehen, erfordert ja schon eine Volte. Geht man da nicht Limentanis absurder Existenz auf den Leim?! (&quot;Lamentani&quot; ist ein netter Verschreiber; passt ja auch: Er lamentiert innerlich - hadert mit allem, hat zu nichts einen wirklichen Bezug)
Ich habe mich jedenfalls nciht mit ihm gefreut, fand es im Gegenteil absurd und, ja, auch ein bi&#223;chen ekelhaft. Im Grunde hat er alles, was er braucht, eigentlich mehr als das - aber er hat es nicht wirklich, wei&#223; nichts damit anzufangen. Daf&#252;r muss er nichts k&#246;nnen. Man kann es ihm vielleicht auch nicht zum Vorwurf machen. (Vielleicht abe doch?) Bassani sagt nichts dar&#252;ber. 
Deines Hinweises, dass ein geschriebener Selbstmord oder Mord oder was immer eben nur ein geschriebener Selbstmord oder Mord ist, h&#228;tte es bei mir nicht bedurft. Einerseits. Andererseits: Ein geschriebener Selbstmord... ist nat&#252;rlich schon das Modell eines wirklichen, ist ein Modell, das man an´s Leben halten kann - und wird. - Bleibt da nicht die Warum- Frage? Oder andere? 
Aber wie gesagt: Der Vollzug wird nicht erz&#228;hlt. Und meiner Einsch&#228;tzung nach ist der ´Held´ einer, der ihn ausf&#252;hren wird.
Du m&#246;chtest mit anderen literarischen Suizid&#228;ren in spe vergleichen - an wen denkst Du da?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Selbstmord &#8211; oder wie man es nennen will, ich habe bei diesem Wort stets ein ungutes Gef&#252;hl, aber es ist einfach handhabbarer als &#8220;Hand an sich legen&#8221; &#8211; im Ernst als Befreiung su sehen, erfordert ja schon eine Volte. Geht man da nicht Limentanis absurder Existenz auf den Leim?! (&#8221;Lamentani&#8221; ist ein netter Verschreiber; passt ja auch: Er lamentiert innerlich &#8211; hadert mit allem, hat zu nichts einen wirklichen Bezug)<br />
Ich habe mich jedenfalls nciht mit ihm gefreut, fand es im Gegenteil absurd und, ja, auch ein bi&#223;chen ekelhaft. Im Grunde hat er alles, was er braucht, eigentlich mehr als das &#8211; aber er hat es nicht wirklich, wei&#223; nichts damit anzufangen. Daf&#252;r muss er nichts k&#246;nnen. Man kann es ihm vielleicht auch nicht zum Vorwurf machen. (Vielleicht abe doch?) Bassani sagt nichts dar&#252;ber.<br />
Deines Hinweises, dass ein geschriebener Selbstmord oder Mord oder was immer eben nur ein geschriebener Selbstmord oder Mord ist, h&#228;tte es bei mir nicht bedurft. Einerseits. Andererseits: Ein geschriebener Selbstmord&#8230; ist nat&#252;rlich schon das Modell eines wirklichen, ist ein Modell, das man an´s Leben halten kann &#8211; und wird. &#8211; Bleibt da nicht die Warum- Frage? Oder andere?<br />
Aber wie gesagt: Der Vollzug wird nicht erz&#228;hlt. Und meiner Einsch&#228;tzung nach ist der ´Held´ einer, der ihn ausf&#252;hren wird.<br />
Du m&#246;chtest mit anderen literarischen Suizid&#228;ren in spe vergleichen &#8211; an wen denkst Du da?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: MB</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7072</link>
		<dc:creator>MB</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jan 2008 00:16:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/#comment-7072</guid>
		<description>Auch heute nur ein rascher Kommentar zu einem Aspekt. Ja, dieser Zwiespalt: ich mag diese Figur (ein St&#252;ck weit), ich mag sie wiederum nicht. Vielleicht ist von daher mein seltsames &quot;soll er sich halt umbringen&quot; motiviert. F&#252;r Lamentani hat die Idee des Selbstmords ja etwas Befreiendes, ich habe es beim Lesen zumindest so empfunden. Die entscheidende Differenz, dass der Selbstmord nur eine L&#246;sung &lt;em&gt;vom&lt;/em&gt;, nicht aber &lt;em&gt;im&lt;/em&gt; Leben ist, stellt sich in dem Moment nicht ein. Man freut sich fast mit ihm, dass er bald von aller Last befreit sein wird.
Ich folge der Figur also ein St&#252;ck weit und bin auch bereit, sie ab einer bestimmten Stelle, wenn sich kein neuer Horizont (zum Weiterleben hin) auftut, aufzugeben, ihr Tod (er findet ja nur im Roman statt - das sei allen &quot;Wolfgangs&quot; der Welt ins Stammbuch geschrieben) ber&#252;hrt mich dann nicht weiter.
Auch dar&#252;ber k&#246;nnte, m&#252;sste man vielleicht noch einmal n&#228;her, und vor allem, anhand anderer Beispiele diskutieren. Ebenso interessant fand ich Helmuts Schlussfrage. - Andere Stimmen dazu?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Auch heute nur ein rascher Kommentar zu einem Aspekt. Ja, dieser Zwiespalt: ich mag diese Figur (ein St&#252;ck weit), ich mag sie wiederum nicht. Vielleicht ist von daher mein seltsames &#8220;soll er sich halt umbringen&#8221; motiviert. F&#252;r Lamentani hat die Idee des Selbstmords ja etwas Befreiendes, ich habe es beim Lesen zumindest so empfunden. Die entscheidende Differenz, dass der Selbstmord nur eine L&#246;sung <em>vom</em>, nicht aber <em>im</em> Leben ist, stellt sich in dem Moment nicht ein. Man freut sich fast mit ihm, dass er bald von aller Last befreit sein wird.<br />
Ich folge der Figur also ein St&#252;ck weit und bin auch bereit, sie ab einer bestimmten Stelle, wenn sich kein neuer Horizont (zum Weiterleben hin) auftut, aufzugeben, ihr Tod (er findet ja nur im Roman statt &#8211; das sei allen &#8220;Wolfgangs&#8221; der Welt ins Stammbuch geschrieben) ber&#252;hrt mich dann nicht weiter.<br />
Auch dar&#252;ber k&#246;nnte, m&#252;sste man vielleicht noch einmal n&#228;her, und vor allem, anhand anderer Beispiele diskutieren. Ebenso interessant fand ich Helmuts Schlussfrage. &#8211; Andere Stimmen dazu?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7071</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jan 2008 10:37:43 +0000</pubDate>
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		<description>Ich lese mir die Seiten mit dem Abschied von der Tochter nochmal durch - etwas merkw&#252;rdig fand ich ihn auch - aber was gibt es nicht alles?! -, allerdings kam er mir nicht wie ein letzter vor.
Der strikte Zeitplan - fand ich nicht so extrem  -  und traditionell jagt man fr&#252;h, das ist nun mal so und wenn man dann noch Hilfe braucht, muss man einen Termin machen. - Was mich allerdings schon beim Lesen nervte, war der Umstand seiner dauernden Ausreden vor sich selbst, weil er den Zeitplan nicht einhielt. Das war f&#252;r mich jedoch noch kein Kriterium Schlimmeres zu vermuten, ich kenne da Kandidaten, die seit Jahrzehnten viel zu sp&#228;t kommen ohne suizid&#228;r werden zu wollen. 
Sympathisch ist, das ist richtig, in diesem Buch eigentlich niemand. Ich finde aber auch, dass das kein Qualit&#228;tskriterium ist. Mir fiel nur schon oft auf, dass selbst eine unsympathische Figur bei genauer Beobachtung naher&#252;ckt und etwas sympathie&#228;hnliches bekommt. Ein interessanter Effekt wie ich finde, der einem zu Denken geben kann. W&#252;rde ich auch gerne, auch an anderen Beispielen thematisieren.
Das vielleicht etwas laxe aber nicht ganz unverst&#228;ndliche ´soll er sich halt umbringen´ steht dem entgegen - dazu noch ein Wort? Warum diese Gleichg&#252;ltigkeit oder Ablehnung der Figur gegen&#252;ber - wo doch Lesespannung da war? Woher r&#252;hrt diese? 
Nat&#252;rlich k&#246;nnte man sich auch fragen, warum Bassani nur unsympathische Figuren ins Rennen schickt; was f&#252;r ein Lebensgef&#252;hl tritt hier zutage?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich lese mir die Seiten mit dem Abschied von der Tochter nochmal durch &#8211; etwas merkw&#252;rdig fand ich ihn auch &#8211; aber was gibt es nicht alles?! -, allerdings kam er mir nicht wie ein letzter vor.<br />
Der strikte Zeitplan &#8211; fand ich nicht so extrem  &#8211;  und traditionell jagt man fr&#252;h, das ist nun mal so und wenn man dann noch Hilfe braucht, muss man einen Termin machen. &#8211; Was mich allerdings schon beim Lesen nervte, war der Umstand seiner dauernden Ausreden vor sich selbst, weil er den Zeitplan nicht einhielt. Das war f&#252;r mich jedoch noch kein Kriterium Schlimmeres zu vermuten, ich kenne da Kandidaten, die seit Jahrzehnten viel zu sp&#228;t kommen ohne suizid&#228;r werden zu wollen.<br />
Sympathisch ist, das ist richtig, in diesem Buch eigentlich niemand. Ich finde aber auch, dass das kein Qualit&#228;tskriterium ist. Mir fiel nur schon oft auf, dass selbst eine unsympathische Figur bei genauer Beobachtung naher&#252;ckt und etwas sympathie&#228;hnliches bekommt. Ein interessanter Effekt wie ich finde, der einem zu Denken geben kann. W&#252;rde ich auch gerne, auch an anderen Beispielen thematisieren.<br />
Das vielleicht etwas laxe aber nicht ganz unverst&#228;ndliche ´soll er sich halt umbringen´ steht dem entgegen &#8211; dazu noch ein Wort? Warum diese Gleichg&#252;ltigkeit oder Ablehnung der Figur gegen&#252;ber &#8211; wo doch Lesespannung da war? Woher r&#252;hrt diese?<br />
Nat&#252;rlich k&#246;nnte man sich auch fragen, warum Bassani nur unsympathische Figuren ins Rennen schickt; was f&#252;r ein Lebensgef&#252;hl tritt hier zutage?</p>
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	</item>
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		<title>Von: MB</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/comment-page-1/#comment-7070</link>
		<dc:creator>MB</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jan 2008 22:39:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.eckfenster.de/wordpress/2007/12/16/126/#comment-7070</guid>
		<description>Ein paar eher hingeworfene, nicht ganz durchgegorene Bemerkungen zu Helmuts letztem Kommentar:
Merkw&#252;rdig, aber mir ging es beim Lesen so, dass eine Entscheidung zum Selbstmord von Anfang an in der Luft liegt: ich empfand z. B. den Abschied von seinem Kind so, als wenn Limentani vorh&#228;tte, nicht zur&#252;ckzukehren. Der Zeitplan, den er sich auferlegt hat, hat ja auch etwas striktes, fast insistierend Erzwingendes. Dann h&#228;lt er den Zeitplan nicht ein, l&#228;sst sich treiben, aufhalten (so hatte ich die Analogie gemeint).

Dann die Frage, inwieweit man sich mit Charakteren identifiziert, ob sie einem also sympathisch sind oder nicht. Das mag rein subjektiv und etwas Pers&#246;nliches sein, hat nichts mit der Qualit&#228;t eines Textes zu tun. In diesem besonderen Fall fand ich in dem Buch aber nicht eine einzige Figur, die mir sympathisch geworden w&#228;re (muss ja auch nicht), da folgt man emotional st&#252;ckweit evtl. doch der Hauptfigur. Vielleicht hat mich auch nur meine eigene Nonchalance gegen&#252;ber der Entscheidung des Protagonisten (ja, soll er sich halt umbringen, besser so!) irritiert.
Wenn Literatur mich verst&#246;ren kann, finde ich sie gut, dies ist nat&#252;rlich kein ausschlie&#223;liches Kriterium f&#252;r gute Literatur.

Zu Benjamins destruktivem Charakter: der ist intelligenter.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein paar eher hingeworfene, nicht ganz durchgegorene Bemerkungen zu Helmuts letztem Kommentar:<br />
Merkw&#252;rdig, aber mir ging es beim Lesen so, dass eine Entscheidung zum Selbstmord von Anfang an in der Luft liegt: ich empfand z. B. den Abschied von seinem Kind so, als wenn Limentani vorh&#228;tte, nicht zur&#252;ckzukehren. Der Zeitplan, den er sich auferlegt hat, hat ja auch etwas striktes, fast insistierend Erzwingendes. Dann h&#228;lt er den Zeitplan nicht ein, l&#228;sst sich treiben, aufhalten (so hatte ich die Analogie gemeint).</p>
<p>Dann die Frage, inwieweit man sich mit Charakteren identifiziert, ob sie einem also sympathisch sind oder nicht. Das mag rein subjektiv und etwas Pers&#246;nliches sein, hat nichts mit der Qualit&#228;t eines Textes zu tun. In diesem besonderen Fall fand ich in dem Buch aber nicht eine einzige Figur, die mir sympathisch geworden w&#228;re (muss ja auch nicht), da folgt man emotional st&#252;ckweit evtl. doch der Hauptfigur. Vielleicht hat mich auch nur meine eigene Nonchalance gegen&#252;ber der Entscheidung des Protagonisten (ja, soll er sich halt umbringen, besser so!) irritiert.<br />
Wenn Literatur mich verst&#246;ren kann, finde ich sie gut, dies ist nat&#252;rlich kein ausschlie&#223;liches Kriterium f&#252;r gute Literatur.</p>
<p>Zu Benjamins destruktivem Charakter: der ist intelligenter.</p>
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