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	<title>Kommentare zu: Sherwood Anderson: &#8220;Pferde und M&#228;nner. Erz&#228;hlungen, lange und kurze, aus dem amerikanischen Leben&#8221;</title>
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	<description>Bücher, Bücher</description>
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		<item>
		<title>Von: Helmut</title>
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		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 10:30:26 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Teils &#228;hnlich wie Du.&lt;br /&gt;
Erz&#228;hlen, auch etwas erz&#228;hlt bekommen, ist Ablenkung und Hinwendung.&lt;br /&gt;
Erz&#228;hlen kann ein St&#252;ck Heimat sein, Kritik und Korrektur; ein St&#252;ck bessere Welt.&lt;br /&gt;
Aber vor allem formt das Denken in Erz&#228;hltem den Blick - und damit die Person und ihre Wahrnehmung. Und nimmt auf diese, wie Du sagst, indirekte Weise, durchaus Einflu&#223; auf das was und wie man lebt.&lt;br /&gt;
Erz&#228;hlen, Lesen, Literatur ist eine Weise sich zur Welt zu verhalten - man kann das nicht sinnvoll vom Leben abtrennen.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Teils &#228;hnlich wie Du.<br />
Erz&#228;hlen, auch etwas erz&#228;hlt bekommen, ist Ablenkung und Hinwendung.<br />
Erz&#228;hlen kann ein St&#252;ck Heimat sein, Kritik und Korrektur; ein St&#252;ck bessere Welt.<br />
Aber vor allem formt das Denken in Erz&#228;hltem den Blick &#8211; und damit die Person und ihre Wahrnehmung. Und nimmt auf diese, wie Du sagst, indirekte Weise, durchaus Einflu&#223; auf das was und wie man lebt.<br />
Erz&#228;hlen, Lesen, Literatur ist eine Weise sich zur Welt zu verhalten &#8211; man kann das nicht sinnvoll vom Leben abtrennen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Von: uwe</title>
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		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jun 2008 09:32:48 +0000</pubDate>
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		<description>Zu deiner Frage, die wir ja schon des &#246;fteren hier behandelt haben:
Den Nutzen des Erz&#228;hlens oder Lesens f&#252;r das Leben kann man wohl allgemein und kategorisch nicht bestimmen oder feststellen. F&#252;r mich gilt: 
Beides er&#246;ffnet mir Denk- und Spielr&#228;ume, mich, die Welt und die Menschen zu verstehen, und dieses Verstehen kann sich niederschlagen in der Art, wie ich lebe. Nicht unmittelbar und im Sinne von Handlungsmaximen, sondern eher in der Weise, wie ich Anforderungen und Widerf&#228;hrnissen begegne und sie zu deuten versuche. Die Ver&#228;nderungen des eigenen Lebens durchs Erz&#228;hlen oder Lesen schleichen sich gewisserma&#223;en ein, lange vielleicht sogar unbemerkt, wie du selber andeutest, und sie werden - wie andere Gewohnheiten auch - zu einem Bestandteil meiner Einstellungen und Anschauungen, k&#246;nnen sogar zu einem R&#252;stzeug werden, sich der Welt und den Menschen gegen&#252;ber in einer bestimmten, idealerweise bewussteren Art zu verhalten. Wie w&#252;rdest du dir deine Frage beantworten?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zu deiner Frage, die wir ja schon des &#246;fteren hier behandelt haben:<br />
Den Nutzen des Erz&#228;hlens oder Lesens f&#252;r das Leben kann man wohl allgemein und kategorisch nicht bestimmen oder feststellen. F&#252;r mich gilt:<br />
Beides er&#246;ffnet mir Denk- und Spielr&#228;ume, mich, die Welt und die Menschen zu verstehen, und dieses Verstehen kann sich niederschlagen in der Art, wie ich lebe. Nicht unmittelbar und im Sinne von Handlungsmaximen, sondern eher in der Weise, wie ich Anforderungen und Widerf&#228;hrnissen begegne und sie zu deuten versuche. Die Ver&#228;nderungen des eigenen Lebens durchs Erz&#228;hlen oder Lesen schleichen sich gewisserma&#223;en ein, lange vielleicht sogar unbemerkt, wie du selber andeutest, und sie werden &#8211; wie andere Gewohnheiten auch &#8211; zu einem Bestandteil meiner Einstellungen und Anschauungen, k&#246;nnen sogar zu einem R&#252;stzeug werden, sich der Welt und den Menschen gegen&#252;ber in einer bestimmten, idealerweise bewussteren Art zu verhalten. Wie w&#252;rdest du dir deine Frage beantworten?</p>
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	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
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		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 May 2008 19:25:38 +0000</pubDate>
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		<description>Freies Spekulieren:

Da hockt die Neandertalertruppe ums Lagerfeuer - und dann? - 
Nur Fressen ists nicht allein.
Also brauchts Kommunikiation.
Die M&#228;nnchen m&#252;ssen erz&#228;hlen, was sie auf der Jagd erlebt haben - die Weibchen, was sich beim Sammeln und mit den Kindern begab.
Da wirds auch mimisch (Pantomime und Theater...) zugegangen sein.
Und dann braucht mans irgendwann, es wird ein Existential. 
Ein St&#252;ck weit erz&#228;hlt das Erz&#228;hlen sich auch selbst. Es verbraucht sich nicht. Erneuert sich im jeweiligen Vollzug. Es ist Gebrauch und Musik und Erleichterung und Verbindung - zu anderen, aber vielleicht auch zu Gr&#246;&#223;erem, bei Anderson dr&#228;ngte sich dieser Eindruck ja auf. 
Sp&#228;ter wurde dann mal so und mal so erz&#228;hlt, erst viel m&#252;ndlich, dann mythisch, dann kam der Roman, irgendwann das Kino.
Im weiteren Sinne kann man das alles &quot;Erz&#228;hlen&quot; nennen.
Aber auch auf Freuds Couch wird erz&#228;hlt.
Wie schon mal: Benjamin schlie&#223;t Erz&#228;hlung und Heilung kurz.

Interessant ist die Frage, Du hattest das ja angesprochen, dass das Konsumierte (oder kann es mehr sein?!) das Leben nicht ver&#228;ndert. - Wirklich nicht? Oder unmerklich?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Freies Spekulieren:</p>
<p>Da hockt die Neandertalertruppe ums Lagerfeuer &#8211; und dann? &#8211;<br />
Nur Fressen ists nicht allein.<br />
Also brauchts Kommunikiation.<br />
Die M&#228;nnchen m&#252;ssen erz&#228;hlen, was sie auf der Jagd erlebt haben &#8211; die Weibchen, was sich beim Sammeln und mit den Kindern begab.<br />
Da wirds auch mimisch (Pantomime und Theater&#8230;) zugegangen sein.<br />
Und dann braucht mans irgendwann, es wird ein Existential.<br />
Ein St&#252;ck weit erz&#228;hlt das Erz&#228;hlen sich auch selbst. Es verbraucht sich nicht. Erneuert sich im jeweiligen Vollzug. Es ist Gebrauch und Musik und Erleichterung und Verbindung &#8211; zu anderen, aber vielleicht auch zu Gr&#246;&#223;erem, bei Anderson dr&#228;ngte sich dieser Eindruck ja auf.<br />
Sp&#228;ter wurde dann mal so und mal so erz&#228;hlt, erst viel m&#252;ndlich, dann mythisch, dann kam der Roman, irgendwann das Kino.<br />
Im weiteren Sinne kann man das alles &#8220;Erz&#228;hlen&#8221; nennen.<br />
Aber auch auf Freuds Couch wird erz&#228;hlt.<br />
Wie schon mal: Benjamin schlie&#223;t Erz&#228;hlung und Heilung kurz.</p>
<p>Interessant ist die Frage, Du hattest das ja angesprochen, dass das Konsumierte (oder kann es mehr sein?!) das Leben nicht ver&#228;ndert. &#8211; Wirklich nicht? Oder unmerklich?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/04/27/sherwood-anderson-pferde-und-maenner-erzaehlungen-lange-und-kurze-aus-dem-amerikanischen-leben/comment-page-1/#comment-7172</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 May 2008 10:33:24 +0000</pubDate>
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		<description>Greiner rei&#223;t mich auch nicht vom Hocker. Meist h&#246;rt sich das von ihm Geschriebene in Ton und Stil nach germanistischem Oberseminar an. 
Ich habe die Stelle - und auch die andere von Lenz -, als Fundst&#252;ck betrachtet, auf die ich aufmerksam wurde, weil uns hier bei Anderson ja gerade Vergleichbares bewegt. Neu und originell muss es ja nicht sein, wenn es wenigstens zutrifft, was &#252;ber das Erz&#228;hlen gesagt wird. 
Ich bin mir auch nicht sicher, wie weit man die Frage nach dem Grund des Erz&#228;hlens treiben kann. Das, was wir hier zusammengetragen haben, ausgehend von Andersons Erz&#228;hlhaltung, scheint mir der Sache schon recht nahe zu kommen. Vielleicht ist es die Summe, die letztlich die Substanz ausmacht. Alles l&#228;sst sich jedoch ad infinitum hinterfragen, und vielleicht geh&#246;rt auch das zum Wesen des Erz&#228;hlens, dass man zu keinem Ende kommt. 
Du verweist immer auf Substantielles; hast du selbst eine Idee davon, was das sein k&#246;nnte?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Greiner rei&#223;t mich auch nicht vom Hocker. Meist h&#246;rt sich das von ihm Geschriebene in Ton und Stil nach germanistischem Oberseminar an.<br />
Ich habe die Stelle &#8211; und auch die andere von Lenz -, als Fundst&#252;ck betrachtet, auf die ich aufmerksam wurde, weil uns hier bei Anderson ja gerade Vergleichbares bewegt. Neu und originell muss es ja nicht sein, wenn es wenigstens zutrifft, was &#252;ber das Erz&#228;hlen gesagt wird.<br />
Ich bin mir auch nicht sicher, wie weit man die Frage nach dem Grund des Erz&#228;hlens treiben kann. Das, was wir hier zusammengetragen haben, ausgehend von Andersons Erz&#228;hlhaltung, scheint mir der Sache schon recht nahe zu kommen. Vielleicht ist es die Summe, die letztlich die Substanz ausmacht. Alles l&#228;sst sich jedoch ad infinitum hinterfragen, und vielleicht geh&#246;rt auch das zum Wesen des Erz&#228;hlens, dass man zu keinem Ende kommt.<br />
Du verweist immer auf Substantielles; hast du selbst eine Idee davon, was das sein k&#246;nnte?</p>
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	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/04/27/sherwood-anderson-pferde-und-maenner-erzaehlungen-lange-und-kurze-aus-dem-amerikanischen-leben/comment-page-1/#comment-7171</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 May 2008 14:57:18 +0000</pubDate>
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		<description>Im Gro&#223;en Ganzen gesehen, brauchen die Menschen das Erz&#228;hlen - in der einen oder anderen Form. Ich gehe da generell von einem &quot;Muss&quot; aus. - Dass das dann auch noch unterh&#228;lt, nun gut, schadet ja nicht. 
Ich m&#252;sste sehen, ob ich den &quot;Zeit&quot;-Artikel, den Du ansprichst, noch habe. Gelesen habe ich ihn seinerzeit. Aber wo weit ich mich erinnere wie immer bei Herrn Greiner leider nicht allzuviel Interessantes gefunden. Auch die Autoren, die ihn interessieren, sind nicht die meinen. Ich finde das meist eher langweilig. 
Das von Dir angef&#252;hrte Zitat gibt f&#252;r mich auch nicht viel her. Und jedenfalls nichts Neues oder Originelles.
Deuten - magischer Charakter - Wirklichkeit bannen. Alles schon da gewesen, etwas nebul&#246;s und so, dass jeder dazu nicken kann: Eher Allgemeinpl&#228;tze. - Aber was wird damit eigentlich Substantielles gesagt?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Im Gro&#223;en Ganzen gesehen, brauchen die Menschen das Erz&#228;hlen &#8211; in der einen oder anderen Form. Ich gehe da generell von einem &#8220;Muss&#8221; aus. &#8211; Dass das dann auch noch unterh&#228;lt, nun gut, schadet ja nicht.<br />
Ich m&#252;sste sehen, ob ich den &#8220;Zeit&#8221;-Artikel, den Du ansprichst, noch habe. Gelesen habe ich ihn seinerzeit. Aber wo weit ich mich erinnere wie immer bei Herrn Greiner leider nicht allzuviel Interessantes gefunden. Auch die Autoren, die ihn interessieren, sind nicht die meinen. Ich finde das meist eher langweilig.<br />
Das von Dir angef&#252;hrte Zitat gibt f&#252;r mich auch nicht viel her. Und jedenfalls nichts Neues oder Originelles.<br />
Deuten &#8211; magischer Charakter &#8211; Wirklichkeit bannen. Alles schon da gewesen, etwas nebul&#246;s und so, dass jeder dazu nicken kann: Eher Allgemeinpl&#228;tze. &#8211; Aber was wird damit eigentlich Substantielles gesagt?</p>
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	</item>
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		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/04/27/sherwood-anderson-pferde-und-maenner-erzaehlungen-lange-und-kurze-aus-dem-amerikanischen-leben/comment-page-1/#comment-7168</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 May 2008 08:37:47 +0000</pubDate>
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		<description>Es ist jedoch ein Unterschied, ob man etwas tut, weil man Spass daran findet oder eben, weil man es tun muss. Auf ersteres k&#246;nnte man auch verzichten, was ja auch viele tun, letzteres jedoch w&#228;re unhintergehbar, eine anthropologische Konstante oder weniger hochgegriffen: ein existentielles Bed&#252;rfnis, das dem Menschen eignet. Vielleicht ist das auch die Spannweite, in der man das Erz&#228;hlen verorten kann: von der Unterhaltung bis zur Sinngebung. 
Zu unserer Diskussion schau dir doch mal den Artikel von U. Greiner in der ZEIT Nr. 22 vom 21.5.08, S.38-39 an. Dort findet sich auch eine interessante Stelle zum Ursprung des Erz&#228;hlens, n&#228;mlich folgende:
&quot;Indem wir etwas erz&#228;hlen, geben wir unserer Erfahrung eine Form, dem Leben einen Sinn. Das etwa tun die Ursprungsmythen der Menschheit, wie wir sie aus allen Kulturen kennen. Die Erz&#228;hlungen von der Entstehung der Welt und vom Kampf der G&#246;tter untereinander deuten das Dunkel des eigenen Herkommens und die Unfassbarkeit menschlicher wie nat&#252;rlicher Gewalt. Oft haben diese fr&#252;hen Texte magischen Charakter. Sie wollen ... mit Hilfe des Wortes die Wirklichkeit bannen.&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist jedoch ein Unterschied, ob man etwas tut, weil man Spass daran findet oder eben, weil man es tun muss. Auf ersteres k&#246;nnte man auch verzichten, was ja auch viele tun, letzteres jedoch w&#228;re unhintergehbar, eine anthropologische Konstante oder weniger hochgegriffen: ein existentielles Bed&#252;rfnis, das dem Menschen eignet. Vielleicht ist das auch die Spannweite, in der man das Erz&#228;hlen verorten kann: von der Unterhaltung bis zur Sinngebung.<br />
Zu unserer Diskussion schau dir doch mal den Artikel von U. Greiner in der ZEIT Nr. 22 vom 21.5.08, S.38-39 an. Dort findet sich auch eine interessante Stelle zum Ursprung des Erz&#228;hlens, n&#228;mlich folgende:<br />
&#8220;Indem wir etwas erz&#228;hlen, geben wir unserer Erfahrung eine Form, dem Leben einen Sinn. Das etwa tun die Ursprungsmythen der Menschheit, wie wir sie aus allen Kulturen kennen. Die Erz&#228;hlungen von der Entstehung der Welt und vom Kampf der G&#246;tter untereinander deuten das Dunkel des eigenen Herkommens und die Unfassbarkeit menschlicher wie nat&#252;rlicher Gewalt. Oft haben diese fr&#252;hen Texte magischen Charakter. Sie wollen &#8230; mit Hilfe des Wortes die Wirklichkeit bannen.&#8221;</p>
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	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
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		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2008 19:18:26 +0000</pubDate>
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		<description>Grunds&#228;tzliche Fragen/ Einsch&#228;tzungen.

Ich neige dazu, diese Zweckgerichtetheit zu hinterfragen oder wenigstens nicht so ernst zu nehmen oder, noch anders, als sekund&#228;r anzusehen, als nachtr&#228;glich, als aufgesetzt.

Zu Deiner Frage:
Man k&#246;nnte es tun, weil es Spa&#223; macht, weil es unterh&#228;lt, weil es einem besser geht damit, weil man es ´muss´. Weil es etwas menschliches ist, zum Menschsein geh&#246;rt, weil vielleicht schon vor Tausenden Jahren am Lagerfeuer oder in der H&#246;hle erz&#228;hlt wurde. Weil erz&#228;hlen eine Art ist, sich zur Welt zu verhalten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Grunds&#228;tzliche Fragen/ Einsch&#228;tzungen.</p>
<p>Ich neige dazu, diese Zweckgerichtetheit zu hinterfragen oder wenigstens nicht so ernst zu nehmen oder, noch anders, als sekund&#228;r anzusehen, als nachtr&#228;glich, als aufgesetzt.</p>
<p>Zu Deiner Frage:<br />
Man k&#246;nnte es tun, weil es Spa&#223; macht, weil es unterh&#228;lt, weil es einem besser geht damit, weil man es ´muss´. Weil es etwas menschliches ist, zum Menschsein geh&#246;rt, weil vielleicht schon vor Tausenden Jahren am Lagerfeuer oder in der H&#246;hle erz&#228;hlt wurde. Weil erz&#228;hlen eine Art ist, sich zur Welt zu verhalten.</p>
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	</item>
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		<title>Von: uwe</title>
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		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2008 09:01:35 +0000</pubDate>
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		<description>Ich will versuchen, deine Fragen aus meiner Sicht kurz zu beantworten.
Ich denke ja: Erz&#228;hlen, um sich klar zu werden &#252;ber etwas, kann ein Grund sein, neben anderen, aber Verst&#228;ndigung scheint mir ein wesentliches Movens des Erz&#228;hlens zu sein.
Wenn Erz&#228;hlen eine solche Wirkung hat, kann diese doch wiederum zum Grund werden, weiter zu erz&#228;hlen, neue Versuche zu starten und wieder anzufangen.
Nicht jedes Erz&#228;hlen braucht einen Zweck. Es gibt auch das Erz&#228;hlen als Spiel, doch auch das kommt nicht ohne Absichten aus und bleibt auf ein Gegen&#252;ber, den Leser, angeweisen und gerichtet. Insofern ist - das hatten wir schon einmal an anderer Stelle fomuliert, denke ich - der Zweck des Erz&#228;hlens das Lesen. (Manguel l&#228;sst gr&#252;&#223;en!)
Inwieweit nun das Gelesene beim Leben hilft, bleibt Spekulation. Das kann nur jeder f&#252;r sich selbst beantworten. Aber der Weg vom durchs Erz&#228;hlen gef&#246;rderten Verst&#228;ndnis zum danach Handeln markiert den Qualit&#228;tssprung, um den es dem Autor wie dem Leser gehen k&#246;nnte. 
Wenn wir es also nicht so hoch h&#228;ngen wollen und weniger Verstehen als etwas &quot;Unterschwelliges&quot; vom Erz&#228;hlen erwarten oder uns erhoffen: Was k&#246;nnte das denn sein? (um auch mal mit einer Frage zu enden)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich will versuchen, deine Fragen aus meiner Sicht kurz zu beantworten.<br />
Ich denke ja: Erz&#228;hlen, um sich klar zu werden &#252;ber etwas, kann ein Grund sein, neben anderen, aber Verst&#228;ndigung scheint mir ein wesentliches Movens des Erz&#228;hlens zu sein.<br />
Wenn Erz&#228;hlen eine solche Wirkung hat, kann diese doch wiederum zum Grund werden, weiter zu erz&#228;hlen, neue Versuche zu starten und wieder anzufangen.<br />
Nicht jedes Erz&#228;hlen braucht einen Zweck. Es gibt auch das Erz&#228;hlen als Spiel, doch auch das kommt nicht ohne Absichten aus und bleibt auf ein Gegen&#252;ber, den Leser, angeweisen und gerichtet. Insofern ist &#8211; das hatten wir schon einmal an anderer Stelle fomuliert, denke ich &#8211; der Zweck des Erz&#228;hlens das Lesen. (Manguel l&#228;sst gr&#252;&#223;en!)<br />
Inwieweit nun das Gelesene beim Leben hilft, bleibt Spekulation. Das kann nur jeder f&#252;r sich selbst beantworten. Aber der Weg vom durchs Erz&#228;hlen gef&#246;rderten Verst&#228;ndnis zum danach Handeln markiert den Qualit&#228;tssprung, um den es dem Autor wie dem Leser gehen k&#246;nnte.<br />
Wenn wir es also nicht so hoch h&#228;ngen wollen und weniger Verstehen als etwas &#8220;Unterschwelliges&#8221; vom Erz&#228;hlen erwarten oder uns erhoffen: Was k&#246;nnte das denn sein? (um auch mal mit einer Frage zu enden)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/04/27/sherwood-anderson-pferde-und-maenner-erzaehlungen-lange-und-kurze-aus-dem-amerikanischen-leben/comment-page-1/#comment-7165</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2008 12:26:50 +0000</pubDate>
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		<description>Liegt der Sinn des Erz&#228;hlens (wenn es einen hat) darin, sich &#252;ber etwas klar zu werden?
K&#246;nnte es sein, dass das zwar (vielleicht) nicht falsch ist, aber nicht der Grund, sondern bereits eine Wirkung?
Hat das Erz&#228;hlen einen [vordergr&#252;ndigen] Zweck und - braucht es denn einen? 

Und versteht man denn besser, wenn man erz&#228;hlt oder Erz&#228;hltes gelesen hat?

Geht es nicht vielmehr um viel Unterschwelligeres?
 
Und dann kommt da noch ein Punkt hinzu: Was n&#252;tzte denn Verstehen, wenn man nicht danach handelte?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liegt der Sinn des Erz&#228;hlens (wenn es einen hat) darin, sich &#252;ber etwas klar zu werden?<br />
K&#246;nnte es sein, dass das zwar (vielleicht) nicht falsch ist, aber nicht der Grund, sondern bereits eine Wirkung?<br />
Hat das Erz&#228;hlen einen [vordergr&#252;ndigen] Zweck und &#8211; braucht es denn einen? </p>
<p>Und versteht man denn besser, wenn man erz&#228;hlt oder Erz&#228;hltes gelesen hat?</p>
<p>Geht es nicht vielmehr um viel Unterschwelligeres?</p>
<p>Und dann kommt da noch ein Punkt hinzu: Was n&#252;tzte denn Verstehen, wenn man nicht danach handelte?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/04/27/sherwood-anderson-pferde-und-maenner-erzaehlungen-lange-und-kurze-aus-dem-amerikanischen-leben/comment-page-1/#comment-7164</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 May 2008 12:48:59 +0000</pubDate>
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		<description>Eins zu eins l&#228;sst sich das Zitat nicht auf Anderson &#252;bertragen. Das wollte ich auch nicht. Mir schien vergleichbar, wie man durch Erz&#228;hlen einen Weg des Verst&#228;ndnisses ins &quot;Dickicht des Lebens&quot; zu schlagen versucht. Ich denke, darin sind sie sich nahe. Alle anderen Einw&#228;nde, die du gegen den Vergleich nennst, sind nachvollziehbar f&#252;r mich und wohl auch richtig. Und die Ein- und Beschr&#228;nkung des Verstehens hatte ich ja auch schon f&#252;r Andersons Erz&#228;hlhaltung reklamiert, weshalb es bei ihm un´d seinen Erz&#228;hlern oder Figuren nur selten zu einer &quot;Selbstbefreiung&quot; kommt. Und trotzdem glaube ich, dass der Impuls des Erz&#228;hlens bei beiden Autoren - und sicherlich noch bei einigen anderen - vergleichbar ist: sich durchs Geschichten-Erz&#228;hlen klar zu werden versuchen &#252;ber bestimmte Heimsuchungen, Widerf&#228;hrnisse im Leben. Freilich muss das Verst&#228;ndnis, was sich dabei einstellen kann, nicht dazu f&#252;hren, sein eigenes Leben besser zu f&#252;hren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eins zu eins l&#228;sst sich das Zitat nicht auf Anderson &#252;bertragen. Das wollte ich auch nicht. Mir schien vergleichbar, wie man durch Erz&#228;hlen einen Weg des Verst&#228;ndnisses ins &#8220;Dickicht des Lebens&#8221; zu schlagen versucht. Ich denke, darin sind sie sich nahe. Alle anderen Einw&#228;nde, die du gegen den Vergleich nennst, sind nachvollziehbar f&#252;r mich und wohl auch richtig. Und die Ein- und Beschr&#228;nkung des Verstehens hatte ich ja auch schon f&#252;r Andersons Erz&#228;hlhaltung reklamiert, weshalb es bei ihm un´d seinen Erz&#228;hlern oder Figuren nur selten zu einer &#8220;Selbstbefreiung&#8221; kommt. Und trotzdem glaube ich, dass der Impuls des Erz&#228;hlens bei beiden Autoren &#8211; und sicherlich noch bei einigen anderen &#8211; vergleichbar ist: sich durchs Geschichten-Erz&#228;hlen klar zu werden versuchen &#252;ber bestimmte Heimsuchungen, Widerf&#228;hrnisse im Leben. Freilich muss das Verst&#228;ndnis, was sich dabei einstellen kann, nicht dazu f&#252;hren, sein eigenes Leben besser zu f&#252;hren.</p>
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