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	<title>Kommentare zu: Dimitri Verhulst: &#8220;Problemski Hotel&#8221;</title>
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		<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/10/28/dimitri-verhulst-problemski-hotel/comment-page-1/#comment-7212</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 16:21:30 +0000</pubDate>
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		<description>Wenn Dich das ´kalte Auge´ interessiert - Gert Mattenklott hat, ich meine in &quot;Der &#252;bersinnliche Leib. Beitr&#228;ge zur Metaphysik des K&#246;rpers&quot; (Rowohlt 1983) etwas dar&#252;ber geschrieben.
Man m&#252;sste sehen, ganz einverstanden bin ich nicht mit allem...

Moralisch ist es ein Unterschied, ob ich nur aus Unbeteiligtheit oder was immer zusehe oder ob ich von der Situation irgendwie profitieren will. - Vonb der Sache, vom Tun her, nicht so sehr. 

Meine Frage zur Fiktion bzw. zum Dokumentarischen fu&#223;te auch auf eigenen Eindr&#252;cken. - Ich habe Dokumentarisches gesehen, das mich sehr und nachhaltig beeindruckt hat - vielleicht mehr oder tiefer als Fiktionales. Und ich w&#252;rde es sehr begr&#252;&#223;en, wenn auch das Fernsehen dem mehr Zeit und Augenmerk widmen w&#252;rde. - Da w&#228;re dann wirklich was zu lernen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Dich das ´kalte Auge´ interessiert &#8211; Gert Mattenklott hat, ich meine in &#8220;Der &#252;bersinnliche Leib. Beitr&#228;ge zur Metaphysik des K&#246;rpers&#8221; (Rowohlt 1983) etwas dar&#252;ber geschrieben.<br />
Man m&#252;sste sehen, ganz einverstanden bin ich nicht mit allem&#8230;</p>
<p>Moralisch ist es ein Unterschied, ob ich nur aus Unbeteiligtheit oder was immer zusehe oder ob ich von der Situation irgendwie profitieren will. &#8211; Vonb der Sache, vom Tun her, nicht so sehr. </p>
<p>Meine Frage zur Fiktion bzw. zum Dokumentarischen fu&#223;te auch auf eigenen Eindr&#252;cken. &#8211; Ich habe Dokumentarisches gesehen, das mich sehr und nachhaltig beeindruckt hat &#8211; vielleicht mehr oder tiefer als Fiktionales. Und ich w&#252;rde es sehr begr&#252;&#223;en, wenn auch das Fernsehen dem mehr Zeit und Augenmerk widmen w&#252;rde. &#8211; Da w&#228;re dann wirklich was zu lernen.</p>
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		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/10/28/dimitri-verhulst-problemski-hotel/comment-page-1/#comment-7211</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 13:13:17 +0000</pubDate>
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		<description>Das mit der Distanz durch Fiktionalisierung kommt sicherlich auf den Gegenstand, das Thema und die innere Souver&#228;nit&#228;t des Autors an. Ich dachte vornehmlich an die literarischen Mittel und wie sie das Erlebte gestalten und dadurch von seinem Ursprungskontext l&#246;sen. Das sollte man von Fall zu Fall genauer betrachten und sich vor Generalisierungen in Acht nehmen. OK.
Die Formulierung &quot;auf die Pelle r&#252;cken&quot; war gezielt gew&#228;hlt und auf meinen Leseeindruck zur&#252;ckzuf&#252;hren. Ich f&#252;hlte mich gerade durch Maslis zynischen und sarkastischen Ton, in denen er seine Kurzportr&#228;ts der Insassen verfasst, angehalten, &#252;ber meine eigene Sprachregelung und Haltung gegen&#252;ber diesem Themenkomplex nachzudenken. Gerade die Vehemenz und gezielte politische Inkorrektheit springt den Leser an, geht gewisserma&#223;en unter die Haut. So jedenfalls meine Erfahrung.
Die Problematik des Erz&#228;hlkonzepts bleibt bestehen. Es war mir wichtig, darauf hinzuweisen. Dem, was du spekulierend dazu zu sagen hast, kann ich folgen. Meine Bedenken bleiben allerdings bestehen.
Voyeurismus als (ur-)menschliche Anlage, ein guter Hinweis. Doch angesichts des Elends unt&#228;tig nur zuzusehen ist etwas anderes als daraus einen Profit ziehen zu wollen. Der Handyhalter will Geld verdienen, Masli will dies und noch dazu den Ruhm eines Starfotografen. Das mag nur ein gradueller Unterschied sein, aber einer, den man festhalten und benennen sollte.
Interessant ist deine Formulierung vom Auge als einem &quot;kalten Sinn&quot;. Dem k&#246;nnten wir nachgehen, ob nun an dieser oder an einer anderen Stelle. Ein spannendes Thema, wie ich finde. Auch etwas f&#252;r die Sur-l-eau-Seite vielleicht, da wir dort ja auch oft &#252;ber Fotos kommunizieren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das mit der Distanz durch Fiktionalisierung kommt sicherlich auf den Gegenstand, das Thema und die innere Souver&#228;nit&#228;t des Autors an. Ich dachte vornehmlich an die literarischen Mittel und wie sie das Erlebte gestalten und dadurch von seinem Ursprungskontext l&#246;sen. Das sollte man von Fall zu Fall genauer betrachten und sich vor Generalisierungen in Acht nehmen. OK.<br />
Die Formulierung &#8220;auf die Pelle r&#252;cken&#8221; war gezielt gew&#228;hlt und auf meinen Leseeindruck zur&#252;ckzuf&#252;hren. Ich f&#252;hlte mich gerade durch Maslis zynischen und sarkastischen Ton, in denen er seine Kurzportr&#228;ts der Insassen verfasst, angehalten, &#252;ber meine eigene Sprachregelung und Haltung gegen&#252;ber diesem Themenkomplex nachzudenken. Gerade die Vehemenz und gezielte politische Inkorrektheit springt den Leser an, geht gewisserma&#223;en unter die Haut. So jedenfalls meine Erfahrung.<br />
Die Problematik des Erz&#228;hlkonzepts bleibt bestehen. Es war mir wichtig, darauf hinzuweisen. Dem, was du spekulierend dazu zu sagen hast, kann ich folgen. Meine Bedenken bleiben allerdings bestehen.<br />
Voyeurismus als (ur-)menschliche Anlage, ein guter Hinweis. Doch angesichts des Elends unt&#228;tig nur zuzusehen ist etwas anderes als daraus einen Profit ziehen zu wollen. Der Handyhalter will Geld verdienen, Masli will dies und noch dazu den Ruhm eines Starfotografen. Das mag nur ein gradueller Unterschied sein, aber einer, den man festhalten und benennen sollte.<br />
Interessant ist deine Formulierung vom Auge als einem &#8220;kalten Sinn&#8221;. Dem k&#246;nnten wir nachgehen, ob nun an dieser oder an einer anderen Stelle. Ein spannendes Thema, wie ich finde. Auch etwas f&#252;r die Sur-l-eau-Seite vielleicht, da wir dort ja auch oft &#252;ber Fotos kommunizieren.</p>
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	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/10/28/dimitri-verhulst-problemski-hotel/comment-page-1/#comment-7210</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 23:00:36 +0000</pubDate>
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		<description>Zu Kommentar 3:
Ich bin mir nicht sicher, dass man generell sagen kann, Fiktion w&#252;rde Distanz herstellen.
(Und warum die pejorative Formulierung &quot;dem Leser mehr auf die Pelle r&#252;cken&quot;?)
Zur 1. Frage: K&#246;nnte ich nur spekulieren.
Zur 2. Frage: Das hatte ich in meinem Kommentar ja schon spekulierend &#252;berlegt. - Man m&#252;sste den Autor selbst fragen. - K&#246;nnte man versuchen.

Zu Kommentar 4:
Das ist so finster wie normal, f&#252;rchte ich. 
Das ist auch kein ganz neu beschriebenes Ph&#228;nomen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es sich da um Verrohung handelt - und nicht viel mehr um etwas Anthropologisches. 
Das Auge als kalter Sinn?
Voyerismus?
Die Lage nicht schnell genug/ gar nicht einsch&#228;tzen k&#246;nnen?
Vielleicht ein &#220;berbleibsel aus der Ur-Horde?

Nicht sehr hilfreich, ich wei&#223;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Kommentar 3:<br />
Ich bin mir nicht sicher, dass man generell sagen kann, Fiktion w&#252;rde Distanz herstellen.<br />
(Und warum die pejorative Formulierung &#8220;dem Leser mehr auf die Pelle r&#252;cken&#8221;?)<br />
Zur 1. Frage: K&#246;nnte ich nur spekulieren.<br />
Zur 2. Frage: Das hatte ich in meinem Kommentar ja schon spekulierend &#252;berlegt. &#8211; Man m&#252;sste den Autor selbst fragen. &#8211; K&#246;nnte man versuchen.</p>
<p>Zu Kommentar 4:<br />
Das ist so finster wie normal, f&#252;rchte ich.<br />
Das ist auch kein ganz neu beschriebenes Ph&#228;nomen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es sich da um Verrohung handelt &#8211; und nicht viel mehr um etwas Anthropologisches.<br />
Das Auge als kalter Sinn?<br />
Voyerismus?<br />
Die Lage nicht schnell genug/ gar nicht einsch&#228;tzen k&#246;nnen?<br />
Vielleicht ein &#220;berbleibsel aus der Ur-Horde?</p>
<p>Nicht sehr hilfreich, ich wei&#223;.</p>
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	<item>
		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/10/28/dimitri-verhulst-problemski-hotel/comment-page-1/#comment-7206</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Nov 2008 18:05:36 +0000</pubDate>
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		<description>Ein Nachtrag. Vor zwei Wochen brannte ein Bus auf der A2 v&#246;llig aus. 20 Menschen starben in den Flammen. Der Busfahrer hatte vergeblich versucht, Autofahrer anzuhalten und um Hilfe zu bitten. Nur wenige hielten an. Eben habe ich eine Meldung gelesen, dass ein Mann mit seiner Handykamera, statt zu helfen, den brennenden Bus filmte und das Material dann einem Nachrichtensender verkaufte. Ein aktuelles Beispiel, dass mich an Maslis Gef&#252;hlsk&#228;lte gegen&#252;ber dem Elend erinnerte. Kommt wahrscheinlich &#246;fter vor als uns lieb sein kann. Was f&#252;r eine Verrohung! Auch dagegen geht das Buch von Verhulst an.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Nachtrag. Vor zwei Wochen brannte ein Bus auf der A2 v&#246;llig aus. 20 Menschen starben in den Flammen. Der Busfahrer hatte vergeblich versucht, Autofahrer anzuhalten und um Hilfe zu bitten. Nur wenige hielten an. Eben habe ich eine Meldung gelesen, dass ein Mann mit seiner Handykamera, statt zu helfen, den brennenden Bus filmte und das Material dann einem Nachrichtensender verkaufte. Ein aktuelles Beispiel, dass mich an Maslis Gef&#252;hlsk&#228;lte gegen&#252;ber dem Elend erinnerte. Kommt wahrscheinlich &#246;fter vor als uns lieb sein kann. Was f&#252;r eine Verrohung! Auch dagegen geht das Buch von Verhulst an.</p>
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	<item>
		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/10/28/dimitri-verhulst-problemski-hotel/comment-page-1/#comment-7205</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 17:05:00 +0000</pubDate>
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		<description>Klar, Fiktionalisierung schafft f&#252;r den Autor Distanz zum Erlebten und zugleich kann er durch die Vehemenz der gew&#228;hlten literarischen Mittel dem Leser mehr auf die Pelle r&#252;cken. Im Medium des Fiktiven, vor allem eines fiktiven Erz&#228;hlers, kann man leichter moralische Standards und Grenzen des politisch Erlaubten &#252;berschreiten. Das tut das alter ego von Verhulst im Roman auch zur Gen&#252;ge. Diese erz&#228;hlerische Strategie erreicht den Leser unmittelbarer, ber&#252;hrt ihn st&#228;rker, als es ein n&#252;chterner Tatsachenbericht tun k&#246;nnte. Das stimmt. Trotzdem bleiben f&#252;r mich zwei Fragen offen:
Warum entwirft er ein Erz&#228;hler-Ich, dessen Autorit&#228;t als Berichterstatter er dann am Ende wieder unterminiert? Und warum gen&#252;gt es ihm nicht, das dokumentarische Material mit drastischen literarischen Mitteln darzustellen, sondern muss dar&#252;ber hinaus noch rein fiktive Szenarien hinzunehmen?
Kannst du dir das erkl&#228;ren?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Klar, Fiktionalisierung schafft f&#252;r den Autor Distanz zum Erlebten und zugleich kann er durch die Vehemenz der gew&#228;hlten literarischen Mittel dem Leser mehr auf die Pelle r&#252;cken. Im Medium des Fiktiven, vor allem eines fiktiven Erz&#228;hlers, kann man leichter moralische Standards und Grenzen des politisch Erlaubten &#252;berschreiten. Das tut das alter ego von Verhulst im Roman auch zur Gen&#252;ge. Diese erz&#228;hlerische Strategie erreicht den Leser unmittelbarer, ber&#252;hrt ihn st&#228;rker, als es ein n&#252;chterner Tatsachenbericht tun k&#246;nnte. Das stimmt. Trotzdem bleiben f&#252;r mich zwei Fragen offen:<br />
Warum entwirft er ein Erz&#228;hler-Ich, dessen Autorit&#228;t als Berichterstatter er dann am Ende wieder unterminiert? Und warum gen&#252;gt es ihm nicht, das dokumentarische Material mit drastischen literarischen Mitteln darzustellen, sondern muss dar&#252;ber hinaus noch rein fiktive Szenarien hinzunehmen?<br />
Kannst du dir das erkl&#228;ren?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/10/28/dimitri-verhulst-problemski-hotel/comment-page-1/#comment-7204</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 21:41:45 +0000</pubDate>
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		<description>Welche Gedanken habe ich mir dazu gemacht?
Vielleicht ist es ganz einfach und es hat ihn schlicht nicht losgelassen. - Vielleicht arbeitete diese Erfahrung, arbeiteteten diese Schicksale, die nur f&#252;r viele viele andere stehen, in ihm weiter und es war darum f&#252;r ihn nicht mit einem Magazin-Artikel beendet?

Eine M&#246;glichkeit, aber so man spekulieren darf bzw. muss, f&#252;r mich nicht die Fernliegendste. 

Zudem: 
Wenn es so ist, gibt die Fiktion ja noch mehr Freiheit(en) an die Hand. Vielleicht wollte oder suchte oder brauchte er das.

Es ist ja ein drastisches und ein politisch h&#246;chst inkorrektes Buch. - Das gibt nur die Dokumentation so nicht her. - Vielleicht lag ihm aber gerade das bes. am Herzen, wom&#246;glich auch, weil es dem Gegenstand angemessen schien?


Der kalte Betrachter scheint mir ganz deutlich von ihm so inszeniert zu sein, dass er abstossen muss. - Ein sterbendes Kind f&#252;r ein Foto zu inszenieren, wenn das keine Kritik enth&#228;lt?! Im Grunde ist es ein Tabu, das hier gebrochen wird. - Und dann kommt der Tabubrecher selbst in die M&#252;hle derjenigen mit dem kalten Blick, in einem belgischen Asylantenheim.

Ich denke schon, dass er schockieren will - aber nicht um des Schocks willen, sondern um etwas zu erreichen, um die Menschen zu erreichen, um aufmerksam zu machen und, vielleicht, zu ver&#228;ndern.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Gedanken habe ich mir dazu gemacht?<br />
Vielleicht ist es ganz einfach und es hat ihn schlicht nicht losgelassen. &#8211; Vielleicht arbeitete diese Erfahrung, arbeiteteten diese Schicksale, die nur f&#252;r viele viele andere stehen, in ihm weiter und es war darum f&#252;r ihn nicht mit einem Magazin-Artikel beendet?</p>
<p>Eine M&#246;glichkeit, aber so man spekulieren darf bzw. muss, f&#252;r mich nicht die Fernliegendste. </p>
<p>Zudem:<br />
Wenn es so ist, gibt die Fiktion ja noch mehr Freiheit(en) an die Hand. Vielleicht wollte oder suchte oder brauchte er das.</p>
<p>Es ist ja ein drastisches und ein politisch h&#246;chst inkorrektes Buch. &#8211; Das gibt nur die Dokumentation so nicht her. &#8211; Vielleicht lag ihm aber gerade das bes. am Herzen, wom&#246;glich auch, weil es dem Gegenstand angemessen schien?</p>
<p>Der kalte Betrachter scheint mir ganz deutlich von ihm so inszeniert zu sein, dass er abstossen muss. &#8211; Ein sterbendes Kind f&#252;r ein Foto zu inszenieren, wenn das keine Kritik enth&#228;lt?! Im Grunde ist es ein Tabu, das hier gebrochen wird. &#8211; Und dann kommt der Tabubrecher selbst in die M&#252;hle derjenigen mit dem kalten Blick, in einem belgischen Asylantenheim.</p>
<p>Ich denke schon, dass er schockieren will &#8211; aber nicht um des Schocks willen, sondern um etwas zu erreichen, um die Menschen zu erreichen, um aufmerksam zu machen und, vielleicht, zu ver&#228;ndern.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/10/28/dimitri-verhulst-problemski-hotel/comment-page-1/#comment-7203</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2008 13:53:06 +0000</pubDate>
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		<description>Ich kann es kurz machen:
Ich stimme mit dir &#252;berein.
Ein lesenswertes Buch, mit viel Witz und dem Wissen geschrieben, wann die Mittel des Schocks, des schwarzen Humors, der Satire oder der Empathie sprachlich einzusetzen sind.
Wie du finde ich, dass es ein wichtiges Buch ist, dass seinen deprimierenden Gegenstand bei allem Zynismus und Sarkasmus doch auch genau und gnadenlos ehrlich beschreibt. Sowohl die &#228;u&#223;eren menschenverachtenden Verh&#228;ltnisse als auch die korrespondierenden inneren, moralischen Anschauungen werden klar benannt. Niemand wird verschont, selbst die &quot;Opfer&quot;, die Asylsuchenden, werden als manifeste Rassisten und gewaltt&#228;tige Frauenhasser sichtbar. Und auch das Erz&#228;hler-Ich outet sich in seinen oftmals kruden, auf den Schock zielenden Beschreibungen als jemand, der nur darauf aus ist, den passenden sprachlichen Rahmen f&#252;r das Wirkliche zu finden. Wir lernen ja alles durch seine Perspektive kennen, und es ist eine, die ihr Gegen&#252;ber objektiviert, zum Gegenstand eines Interesses macht. Deshalb sind auch die beiden ersten Kapitel so wichtig, denn in ihnen wird sein Selbstverst&#228;ndnis als Fotogaf res&#252;miert, ein Selbstverst&#228;ndnis, das allein auf das Erreichen des &quot;perfekten Bildes&quot; ausgerichtet ist, eines lucky shots, der seinen Ruhm begr&#252;ndet. Am Ende des Buches wird er selbst zum Bildgegenstand eines anderen Fotografen: Der zynische, menschenverachtende Blick, den er zu Beginn auf das sterbende Kind wirft, trifft ihn am Ende selbst. Vielleicht scheint hier eine Kritik des Autors Verhulst an einem solcherart distanzierten, gef&#252;hlskalten Betrachterstandpunkt auf.
Wie du sehe ich zudem den Knackpunkt des ganzen Werkes in dem nicht gekl&#228;rten Verh&#228;ltnis zwischen Fiktion und Dokumentation. Ich will es einmal pointiert formulieren:
Wird hier nicht dokumentarisches Material in einer bewusst politisch inkorrekten Weise zu einer satirischen Fiktion verarbeitet, die schockieren will? Zugegeben, der zynische, schroffe Ton trifft den Kern der menschunw&#252;rdigen Verh&#228;ltnisse, er bleibt bei aller &#220;bertreibung eine Beschreibung realer Umst&#228;nde. Doch warum mit den Mitteln der Fiktionalisiserung, warum der Sprung von der Reportage zum Roman? Worin besteht die Notwendigkeit, ein literarisches alter ego ins Rennen zu schicken, zumal eines Charakters, der selbst von dem betroffen ist, was er aus einer vermeintlichen Distanz heraus beschreibt (weshalb er am Ende wahrscheinlich auch als Objekt eines Dritten vorgef&#252;hrt wird)? Diese &#220;berlagerung von Fakten und Fiktionen und die Uneinsehbarkeit der Grenze dazwischen - das ist etwas, das st&#246;rt, das man auch als formalen Mangel begreifen kann. Verhulst beteuert zwar, dass keine L&#252;ge in seinen Schilderungen enthalten ist, aber warum schaltet er die Zwischeninstanz des Ich-Erz&#228;hlers ein und ver&#246;ffentlicht seinen Bericht aus der Asylantenheimh&#246;lle unter dem Label &quot;Roman&quot;? Welche Gedanken hast du dir dazu gemacht?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann es kurz machen:<br />
Ich stimme mit dir &#252;berein.<br />
Ein lesenswertes Buch, mit viel Witz und dem Wissen geschrieben, wann die Mittel des Schocks, des schwarzen Humors, der Satire oder der Empathie sprachlich einzusetzen sind.<br />
Wie du finde ich, dass es ein wichtiges Buch ist, dass seinen deprimierenden Gegenstand bei allem Zynismus und Sarkasmus doch auch genau und gnadenlos ehrlich beschreibt. Sowohl die &#228;u&#223;eren menschenverachtenden Verh&#228;ltnisse als auch die korrespondierenden inneren, moralischen Anschauungen werden klar benannt. Niemand wird verschont, selbst die &#8220;Opfer&#8221;, die Asylsuchenden, werden als manifeste Rassisten und gewaltt&#228;tige Frauenhasser sichtbar. Und auch das Erz&#228;hler-Ich outet sich in seinen oftmals kruden, auf den Schock zielenden Beschreibungen als jemand, der nur darauf aus ist, den passenden sprachlichen Rahmen f&#252;r das Wirkliche zu finden. Wir lernen ja alles durch seine Perspektive kennen, und es ist eine, die ihr Gegen&#252;ber objektiviert, zum Gegenstand eines Interesses macht. Deshalb sind auch die beiden ersten Kapitel so wichtig, denn in ihnen wird sein Selbstverst&#228;ndnis als Fotogaf res&#252;miert, ein Selbstverst&#228;ndnis, das allein auf das Erreichen des &#8220;perfekten Bildes&#8221; ausgerichtet ist, eines lucky shots, der seinen Ruhm begr&#252;ndet. Am Ende des Buches wird er selbst zum Bildgegenstand eines anderen Fotografen: Der zynische, menschenverachtende Blick, den er zu Beginn auf das sterbende Kind wirft, trifft ihn am Ende selbst. Vielleicht scheint hier eine Kritik des Autors Verhulst an einem solcherart distanzierten, gef&#252;hlskalten Betrachterstandpunkt auf.<br />
Wie du sehe ich zudem den Knackpunkt des ganzen Werkes in dem nicht gekl&#228;rten Verh&#228;ltnis zwischen Fiktion und Dokumentation. Ich will es einmal pointiert formulieren:<br />
Wird hier nicht dokumentarisches Material in einer bewusst politisch inkorrekten Weise zu einer satirischen Fiktion verarbeitet, die schockieren will? Zugegeben, der zynische, schroffe Ton trifft den Kern der menschunw&#252;rdigen Verh&#228;ltnisse, er bleibt bei aller &#220;bertreibung eine Beschreibung realer Umst&#228;nde. Doch warum mit den Mitteln der Fiktionalisiserung, warum der Sprung von der Reportage zum Roman? Worin besteht die Notwendigkeit, ein literarisches alter ego ins Rennen zu schicken, zumal eines Charakters, der selbst von dem betroffen ist, was er aus einer vermeintlichen Distanz heraus beschreibt (weshalb er am Ende wahrscheinlich auch als Objekt eines Dritten vorgef&#252;hrt wird)? Diese &#220;berlagerung von Fakten und Fiktionen und die Uneinsehbarkeit der Grenze dazwischen &#8211; das ist etwas, das st&#246;rt, das man auch als formalen Mangel begreifen kann. Verhulst beteuert zwar, dass keine L&#252;ge in seinen Schilderungen enthalten ist, aber warum schaltet er die Zwischeninstanz des Ich-Erz&#228;hlers ein und ver&#246;ffentlicht seinen Bericht aus der Asylantenheimh&#246;lle unter dem Label &#8220;Roman&#8221;? Welche Gedanken hast du dir dazu gemacht?</p>
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