Lesung von Peter Bichsel in Marburg am 7.12.2008

Dezember 8th, 2008

An diesem dezembergrauen Tag von der Biegenstraße die Treppe Richtung Alte Aula hinaufgehend, sah ich Peter Bichsel mutterseelenallein auf einer feuchten Sandsteinbank sitzen, mit verhangenem Blick eine dicke Zigarre schmauchend. Ich musste unwillkürlich lächeln und nickte ihm im Vorbeigehen grüßend zu – und er verhalten aber freundlich zurück. An was erinnerte er, wie er so dasaß, an welches Tier – das soll und muss gar nichts Despektierliches haben, Franz Blei hat in seinem Bestiarium bereits die Tierähnlichkeit von Autoren zur Buchform gebracht – an einen Vogel vielleicht?
Im Café Vetter, wo die Lesung stattfinden sollte vorwiegend ältere Semester. Herumeilende Bedienungen. Ein alter Herr mit grauer Hose und dunkelblauem Pullover, mit Signierwünschen auf spitzen Füßen unterwegs, zum inzwischen hereingekommenen Herrn Bichsel unterwegs.
Tees, Latte macchiatos und Kuchen werden gebracht und entgegengenommen.
Eine ältere Dame mit Pelzjacke, hoher Frisur und volumiger Kette erwartungsfroh in der ersten Reihe.
Wie mag sich das alles anfühlen als Autor?
Während er angesagt wird, steht Bichsel ein wenig wie ein in die Ecke gestellter Schüler zwischen Garderobe und Weihnachtsbaum, geduldig, etwas verloren, mit gesenktem Kopf, hellblauem Hemd mit weißen Nadelstreifen und schwarzer Lederweste, die Füße eng geschlossen, großes Nickelnasenfahrrad.
Er beginnt mit der Bemerkung, dass es literarische Lesungen nur im deutschsprachigen Raum gebe und dies ein Luxus sei, der es aber einigen Dutzend Autoren zusätzlich ermögliche, ein Auskommen zu haben.
Und wenn er dann eine seiner Figuren sinngemäß sagen lässt: ´Ich lese gern, was bleibt mir anderes übrig´, dann wird das schon auch dem Autor selbst aus dem Herzen gesprochen sein.
Die Geschichten die er liest, die so etwas sympathisch-verschrobenes haben, changieren zwischen Idylle und Melancholie.
Sie handeln von Zugfahrten nach Wladiwostok, aber freilich nicht in den wirklichen Ort, sondern einen Ort der Digression, der Flucht und vielleicht Zuflucht. Denn das Zugfahren wird als schöne Kunst oder kleine Flucht betrieben, nicht um möglichst schnell von A nach B zu gelangen.
Die Lesestimme des Autors ist etwas angestrengt. Vielleicht müht er sich, dem Schweizerdeutschen etwas hochdeutsches abzuringen, jedenfalls klingt der ´r´ eigenartig, fast englisch und manche Silben werden verschluckt oder nicht ganz akzentuiert ausgesprochen, “vierundzwanzigsten” scheint ein schwieriges Wort zu sein.
Doch schönen Worten spürt er nach, schönen Worten und der Bedeutung, die ein solches Wort für diejenigen, die einen Sinn dafür besitzen mögen, vielleicht haben kann: “Samarkand – Salamanca – Salerno”, aber auch “Eisenach”.
So beschäftigt ihn auch die Vergänglichkeit, etwa in der Technik des In-den-Wind-Schreibens. Oder in Wasser, wie bei Keats, dessen Grabspruch er zitiert. Einmal für immer geschrieben, das sei der Ernst der Poesie.
Von hinten rammelt immer wieder mal ein Kind gegen meinen Stuhl, eine Mutter trägt ihr Kleinkind auf der Suche nach der Toilette auf dem Arm herum, dessen Fuß streift mich am Arm. Immer wieder ungeniert laute Stimmen beim Kuchen- und Tortenbestellen im Hintergrund.
Das Tagebuchschreiben wird bedacht – man kann sich vor ihm fürchten, heißt es, weil es oder die Eitelkeit, die Regie übernimmt und man alles nur noch unternimmt, um es darin festzuhalten. Das ist nicht gut, also unterbleibt es besser, denn das Leben wird öde, wenn es nur noch bedeutend sein soll. Eine sympathische Haltung und eine beherzigenswerte – wenn man da etwa an den alten Goethe oder an seinen Epigonen Thomas Mann denkt, die erstarrten Langweiler. Peter Bichsel ist da ein anderer Typ. In die Luft schreiben – darüber hätte sich ein Thomas Mann keine Gedanken gemacht. -
Bichsel schon und darum ist es folgerichtig und passt sehr gut, dass das Warten bei ihm nicht nur explizit gewürdigt wird, sondern auch häufig eine Rolle spielt. Damit stellt er sich von Mann und Goethe weg in die Nähe eines Franz Hessel oder vielleicht auch eines Walter Benjamin, die das Warten ihrerseits zu würdigen und um dessen divinatorische Kraft wussten.
Und wenn dann in den Schwierigkeiten, seinen Freund Siegfried zu beschreiben, davon die Rede ist, dass man mit Geschichten nicht vorankomme und er wie immer nach Wladiwostok wolle sowie sich einfach nicht durchsetzen könne, dann ist ein melancholischer Seufzer, eine leises Stöhnen, ein ansatzweise resigniertes aber sich mit diesem Resignieren auch wieder arrangierendes Stöhnen zu vernehmen über das Los des Autors, der seine Schwäche alchimistisch zur Stärke umzumünzen verdammt ist und ja vielleicht lieber nur auf einer Bank sitzen und eine dicke Zigarre rauchen und eine alte Tür anschauen oder in einer Kneipe sitzen und einen Roten trinken würde.
Das Publikum reagierte mal nachdenklich, mal amüsiert, beides verhalten, wie es aber wohl diesen Geschichten und diesem Autor durchaus gemäß ist.
Bichsel schrieb dann geduldig Widmungen in seine Bücher, auch wenn ihm mal zehn Stück auf einmal hingelegt wurden, er wirkt etwas müde, die Haare leicht gezaust und mit der großen Brille erinnert er, das ist es: An einen Kauz ebenso wie seine Geschichten kauzig sind und deswegen liebenswert. Sie wirken sehr harmlos, ein wenig resignativ-wissend, aber vielleicht haben sie, bei einem zweiten Blick auch etwas weniger humorvolles an sich, ein verstecktes subversives Element, was gar nicht negativ gemeint ist, sondern das ihnen nur zuträglich wäre, ihre Dimension des vordergründig Behaglichen erweiterte. Es ist das Umspielen des Abgrunds der Zeit, das Problem ihres (immer zu schnellen) Vergehens, aber auch das Ausgeliefertsein an die Schönheit einzelner Worte und ihren, vielleicht späten, Nachhall im Leben, von Idiosynkrasien wie dem ewigen Fahren nach Wladiwostok einmal abgesehen. Das tritt auf die Abseitigkeit des Normalen oder die Zärtlichkeit der Unzarten und die Unbrauchbarkeit von manchem, der doch, irgendwie, auch wenn´s ihm schwerfällt, seinen Mann stehen muss, sei´s indem er das Unvermeidliche annimmt oder sein Ziel über den Umweg Wladiwostok doch irgendwie erreicht.

11 Antworten to “Lesung von Peter Bichsel in Marburg am 7.12.2008”

  1. 1 uwe
    Dezember 8th, 2008 at 12:01 pm

    Schöner Erlebnisbericht. Schade, dass ich nicht dabei sein konnte. Sympathischer Typ, dieser Kauz. Aber auch eine aussterbende Art, oder? Kam er denn auch bei den anderen Hörern so gut an wie bei dir? Wahrscheinlich ja, denn wer trifft sich schon bei solchen Autorenlesungen? Gleichgesinnte und -gestimmte. Leser eben. Wie wirkt sich eigentlich der Besuch einer solchen Lesung aufs Lesen aus? Bei dir? Hast du fortan beim Bichsel-Lesen dessen Konterfei vor Augen und im Sinn? Schafft die Lesung etwas, was das eigene Lesen nicht leistet?

  2. 2 Helmut
    Dezember 8th, 2008 at 5:27 pm

    Danke.
    Du fragst, ob die Kauzigen aussterben?
    Schwer zu sagen. Aber letztlich glaube ich doch: Nein, werden sie nicht.
    Trotzdem ist die Frage, ob es nicht eine Entwicklung gibt. Und ich denke schon, ja, die gibt es.
    Ich habe kürzlich ein Zitat gelesen – habe vergessen wo und von wem -, das sinngemäß sagte, dass man bis zum 1. Weltkrieg noch Zeit hatte.
    Schwer zu beurteilen ob das richtig ist. – Wenn man es aber einmal annehmen will, dann folgt daraus immerhin, dass sich der Umgang mit – und mit ihm das Erleben von – Zeit geändert hat. Vielleicht sogar radikal. Das könnte ein Aspekt sein.
    Wie steht es mit dem Normierungsdruck? Er scheint heute sehr hoch zu sein.
    So könnte man sammeln.
    All das könnten Kauz-Punkte sein.
    Der Kauz ist ja der liebenswürdig-Unangepasste. Vielleicht ein wenig ein Spitzweg-Typ. Einer, der etwas aus seiner Zeit herausfällt. –
    Dann dürfte ihm in der heutigen Zeit der Wind der Gegenwart recht stramm ins Gesicht blasen.
    Die Frage wäre dann: Mutiert der Kauz vielleicht? Wird er zum Asozialen, zum Penner, zum Irren…?
    Denkbar – und das wäre dann für die Kauz-Population kein gutes Zeichen.

    Deine Frage wie Bichsel beim Publikum ankam kann ich nur nach Augenschein beurteilen, aber ich denke gut, ja. Das Publikum, das kann aber auch am Les-Ort gelegen haben, war ganz überwiegend ein recht Betagtes.

    Mir tun bei solchen Gelegenheiten die Autoren eher leid.

    Wie sich der Besuch einer Lesung auswirkt? Nun, der Autor ist einem präsenter, wenn man ihn gesehen und gehört hat, seine Stimme im Ohr hat. Das ist klar. Manchmal kann man dann, wenigstens eine Weile – da gibt es unterschiedliche Hartnäckigkeiten – mit dieser Autorenstimme im Kopf die Texte lesen. Sie verändern sich dann ein wenig. Es schafft einen etwas tieferen (oder nur einen anderen?) Eindruck. Zumindest wähnt man sich näher. – Ob´s so ist?
    Ich halte Lesungen nicht für eine conditio sine qua non, aber für eine Bereicherung.

  3. 3 uwe
    Dezember 8th, 2008 at 7:26 pm

    Zum Spaß habe ich bei Wikipedia mal Kauz eingegeben. Ich wurde von den Vögeln dann zu den Sonderlingen und von diesen zu den Exzentrikern weitergeleitet. Eine schöne Reihe, oder?
    Im übertragenen Sinn steht der Kauz also für einen Exzentriker, einen, der außerhalb des Mittelpunktes steht, der von der sozialen Norm abweicht und dessen Andersartigkeit mitunter auch nützlich sein kann für gesellschaftliche Entwicklungen, da er sich über allgemein anerkannte Erkenntnisse selbstbewusst und eigensinnig hinwegsetzt und so eventuell neue Horizonte erschließt. Neben deinen sicherlich richtigen Bemerkungen scheint mir das doch auch eine bemerkenswert positive Beurteilung von Abweichlern und Eigenbrötlern zu sein. Am Ende des Wikipedia-Artikels finden sich Links zu Essays über dieses Thema. Da könnte man ja bei Gelegenheit mal reinschauen.
    Ich jedenfalls mag Käuze und hänge mich bei meinen Bummeleien auch mal an die Stadtteilverrückten und lausche ihren erfrischend unkonventionellen Selbstgesprächen. Eine solche Individualtät kann freilich auch zur Last werden. Da sind wir dann nicht weit weg von pathogenen Formen des Exzentrischen.
    Wilhelm Genazino hat in einem ähnlichen Zusammenhang einmal – wenn ich mich recht erinnere – den Begriff der Selbstmaßstäblichkeit eingeführt. Das klingt zunächst plausibel. Doch es ist wohl auch eine Projektion, die aus sicherer ästhetischer Distanz die Eigensinnigkeit positiv beurteilt. Zu fragen wäre auch, ob es so etwas wie ein Leben nach eigenem Maßstab überhaupt gibt und inwiefern das bei den Betroffenen immer so ganz freilwillig geschieht.

  4. 4 Helmut
    Dezember 8th, 2008 at 11:41 pm

    Genazino ist in diesem Zusammenhang ein gut passender Gewährsmann. Man könnte in ihm ja [auch] einen Erzähler der Kauzigen sehen, vielleicht sogar einen Theoretiker der Kauzigkeit.
    Ob man die Käuze positiv sehen will oder nicht wird jedem selbst überlassen sein. (By the way und bei Licht besehen: Wer wäre kein Kauz? – Oder hätte doch zumindest kauzige Anteile in sich? – Oder ist das nicht angemessen, den Kauz so zu inflationieren?)
    Ein interessanter Punkt ist die (Über-)Individualität als Last. – Das unterscheidet aber vielleicht den Kauz im eigentlichen Sinne von einem “Stadtteilverrückten”?-
    Der Kauz ist doch wohl einer, der immer noch im gesellschafltich akzeptierten Bereich – wenn auch vielleicht mit durch seine Andersartigkeit erkauften (Narren-)Freiheiten – operiert. Man akzeptiert oder toleriert ihn doch und er hat wohl sein Auskommen.
    Der Kauz mag Macken haben, aber er ist keiner, der in Selbstgesprächen verfangen und aus dem Raster gefallen ist.
    So wäre ich auch sehr vorsichtig, den sozial Abgestürzten für einen Exzentrik zu halten.
    “Selbstmaßstäblichkeit” ist aber eine gute Kategorie – wenn auch keine neue. Mir fällt Hesse ein, der dem Eigensinn hohes Lob zollte. – Ähnliches gibt es sicher öfter und vermutlich auch sehr viel früher. Dichter oder Autor, Künstler oder Genie – da scheint Selbstmaßstäblichkeit eine passende Größe zu sein. -

  5. 5 uwe
    Dezember 10th, 2008 at 3:07 pm

    Mich interessiert vor allem das kreative Potential des Kauzigen, Exzentrischen, wie du es am Ende ansprichst. Der Kauz ist noch in der Lage, seine Andersartigkeit – in was auch immer: Literatur, Lebensstil – umzuwandeln, während der Stadtteilverrückte sie vornehmlich in distanzloser Nähe lebt und u.U. darunter leidet – und insofern sind sie voneinander zu unterscheiden.
    Was nun die Kauz-Anteile in jedem von uns anbetrifft, so denke ich, dass sie sich vornehmlich in Tics und Eigenheiten äußern, selten aber so zu Tage treten, dass mit ihnen sich eine besondere Art der Lebensanschauung und der -führung, des -stils verbinden lässt.
    Das Kauzige bei Bichsel identifiziere ich nicht nur mit seiner äußeren Erscheinung, sondern vor allem mit seiner inneren Verfassung, die sich in der sehr eigenen Art zu schreiben und die Dinge, die Welt und die Menschen anzuschauen ausdrückt. In gewisser Weise verwertet er seine Andersartigkeit, verwandelt sie in kommunizierbare Sprache, wie jeder Schriftsteller vielleicht: Noteboom spricht von der Kultivierung der Macken, der Eigenheiten und Obsessionen, von der sprachlichen Umsetzung dessen, was die je individuelle Lebensgeschichte und Erfahrungswelt des Autors hergibt. Ich finde, das ist ein wesentlicher Aspekt davon, was im und durch das Schreiben passiert, und zumal einer, der wieder auf die Kategorie der Selbstmaßstäblichkeit verweist. Denn:
    Letztlich sind es doch jene Bücher, in denen eine in sich bewegliche und persönliche Anschauung der conditio humana zum Ausdruck kommt, die uns begeistern. Ich denke, der Behauptung von Joan Didion, derzufolge “ein Roman nichts ist, wenn er nicht einer individuellen Stimme Ausdruck verleiht, einer einzigartigen Sicht auf die menschliche Erfahrung”, können wir beide zustimmen. Und ein konstitutives Element dieser besonderen Sicht kann das Kauzige sein.

  6. 6 Helmut
    Dezember 10th, 2008 at 11:07 pm

    Ergo:
    Kauz for president!
    Oder doch wenigstens zum Symbol!

    Das Potential des Abseitigen.
    Es ist sicher groß.
    Und, das denke ich auch, – es wäre zumindest eine steile These – ein großer Roman ohne gewisse Formen der Kauzigkeit – wäre das überhaupt denkbar?
    Man kann bei Don Quixote anfangen und über Onkel Benjamin und den Zauberberg bis in die jüngste Vergangenheit gehen.
    Die Frage wäre was man daraus machen soll.
    Ist die Literatur der Tummel- und Trostplatz der Bemackten?! Und brauchen sie also Helden, die ihnen ähneln?

    Andererseits kann das kreative Potential der Käuze auch eines sein, das opponiert, das mit leiser Subversion Sand im Getriebe ist.

    Das wäre die Gegenposition.

  7. 7 uwe
    Dezember 11th, 2008 at 12:06 pm

    Vielleicht ließen sich die beiden Positionen auch vermitteln. Tummelplatz der Bemackten: ja durchaus, aber sie zeigen ja nicht nur eine persönliche Sicht, sondern machen diese auch mitteilbar für andere, stiften im besten Falle Kommunikation, erschließen also Nebenwege, Bewegungsspielräume, gerade weil sie abweichen vom Gewohnten oder Normierten. Man könnte pointiert formulieren: Gerade in ihrer kauzigen Andersartigkeit zeigen sie die Fülle und Vielfalt der conditio humana auf. Das ist kein neuer Gedanke und noch dazu einer mit optimistischer Verve. Aber warum nicht?

  8. 8 Helmut
    Dezember 11th, 2008 at 9:10 pm

    Das kann man so sehen.
    Nur scheint mir, ich weiß, das ist gewagt, Literatur (und Kunst allgemein?) mehr affirmativ als revolutionär zu wirken – oder genutzt zu werden.
    Denn damit sind wir auch wieder bei der Frage, auf die wir schon öfter gestossen sind:
    Wie wirkt Literatur in Leben oder auf es ein?
    Gibt es eine solche Wirkung?
    Gut, und falls ja, wie sähe die denn aus?
    Ist das Bedürfnis nach (Selbst-)Bestätigung größer als das nach Veränderung?

  9. 9 uwe
    Dezember 12th, 2008 at 8:46 pm

    Vielleicht sollten wir nicht nach Resultaten fragen, sondern den Zustand, das Lesen selbst, schon als Gewinn verbuchen. Vielleicht liegt der Nutzen des Lesens vor allem auch darin, dass es uns eine bestimmte Form des Seins und des Umgangs mit (Lebens-)Zeit ermöglicht. Aber wem sage ich das?!

  10. 10 Helmut
    Dezember 13th, 2008 at 6:21 pm

    Das Lesen selbst? – Die Reinheit des Lesens? Ja gibt´s denn das Lesen ohne den Leser und sein Leben?
    Sicher, um Resultate im trockenen Sinn geht es nicht. Aber um Interferenzen, Einflüsse, Wirkungen.
    Und was, wenn es wirkungslos wäre? Bloß [selbst]bestätigend, das Lesen?
    Nix Kritik, nix Subversion?
    Eitel Wohlgefallen im Zustand des partiell lebensabseitigen Lesens? Klar, nicht übel, nicht schlecht – aber bei Licht besehen: Genügt uns das? Ein Stückel gedruckte kleine Weltflucht?

  11. 11 uwe
    Dezember 14th, 2008 at 7:17 pm

    Gegenfrage: Würde uns denn das Lesen als Welt- und Selbstkritik genügen? Wo bliebe da die Lust?