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	<title>Kommentare zu: Lesung von Peter Bichsel in Marburg am 7.12.2008</title>
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	<description>Bücher, Bücher</description>
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		<title>Von: uwe</title>
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		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Dec 2008 17:17:50 +0000</pubDate>
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		<description>Gegenfrage: W&#252;rde uns denn das Lesen als Welt- und Selbstkritik gen&#252;gen? Wo bliebe da die Lust?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gegenfrage: W&#252;rde uns denn das Lesen als Welt- und Selbstkritik gen&#252;gen? Wo bliebe da die Lust?</p>
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		<title>Von: Helmut</title>
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		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Dec 2008 16:21:51 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Das Lesen selbst? - Die Reinheit des Lesens? Ja gibt´s denn das Lesen ohne den Leser und sein Leben?&lt;br /&gt;
Sicher, um Resultate im trockenen Sinn geht es nicht. Aber um Interferenzen, Einfl&#252;sse, Wirkungen.&lt;br /&gt;
Und was, wenn es wirkungslos w&#228;re? Blo&#223; [selbst]best&#228;tigend, das Lesen?&lt;br /&gt;
Nix Kritik, nix Subversion?&lt;br /&gt;
Eitel Wohlgefallen im Zustand des partiell lebensabseitigen Lesens? Klar, nicht &#252;bel, nicht schlecht - aber bei Licht besehen: Gen&#252;gt uns das? Ein St&#252;ckel gedruckte kleine Weltflucht?&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Lesen selbst? &#8211; Die Reinheit des Lesens? Ja gibt´s denn das Lesen ohne den Leser und sein Leben?<br />
Sicher, um Resultate im trockenen Sinn geht es nicht. Aber um Interferenzen, Einfl&#252;sse, Wirkungen.<br />
Und was, wenn es wirkungslos w&#228;re? Blo&#223; [selbst]best&#228;tigend, das Lesen?<br />
Nix Kritik, nix Subversion?<br />
Eitel Wohlgefallen im Zustand des partiell lebensabseitigen Lesens? Klar, nicht &#252;bel, nicht schlecht &#8211; aber bei Licht besehen: Gen&#252;gt uns das? Ein St&#252;ckel gedruckte kleine Weltflucht?</p>
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		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/12/08/lesung-von-peter-bichsel-in-marburg-am-7122008/comment-page-1/#comment-7234</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 18:46:22 +0000</pubDate>
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		<description>Vielleicht sollten wir nicht nach Resultaten fragen, sondern den Zustand, das Lesen selbst, schon als Gewinn verbuchen. Vielleicht liegt der Nutzen des Lesens vor allem auch darin, dass es uns eine bestimmte Form des Seins und des Umgangs mit (Lebens-)Zeit erm&#246;glicht. Aber wem sage ich das?!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht sollten wir nicht nach Resultaten fragen, sondern den Zustand, das Lesen selbst, schon als Gewinn verbuchen. Vielleicht liegt der Nutzen des Lesens vor allem auch darin, dass es uns eine bestimmte Form des Seins und des Umgangs mit (Lebens-)Zeit erm&#246;glicht. Aber wem sage ich das?!</p>
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		<title>Von: Helmut</title>
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		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2008 19:10:19 +0000</pubDate>
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		<description>Das kann man so sehen.
Nur scheint mir, ich wei&#223;, das ist gewagt, Literatur (und Kunst allgemein?) mehr affirmativ als revolution&#228;r zu wirken - oder genutzt zu werden.
Denn damit sind wir auch wieder bei der Frage, auf die wir schon &#246;fter gestossen sind:
Wie wirkt Literatur in Leben oder auf es ein?
Gibt es eine solche Wirkung?
Gut, und falls ja, wie s&#228;he die denn aus? 
Ist das Bed&#252;rfnis nach (Selbst-)Best&#228;tigung gr&#246;&#223;er als das nach Ver&#228;nderung?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das kann man so sehen.<br />
Nur scheint mir, ich wei&#223;, das ist gewagt, Literatur (und Kunst allgemein?) mehr affirmativ als revolution&#228;r zu wirken &#8211; oder genutzt zu werden.<br />
Denn damit sind wir auch wieder bei der Frage, auf die wir schon &#246;fter gestossen sind:<br />
Wie wirkt Literatur in Leben oder auf es ein?<br />
Gibt es eine solche Wirkung?<br />
Gut, und falls ja, wie s&#228;he die denn aus?<br />
Ist das Bed&#252;rfnis nach (Selbst-)Best&#228;tigung gr&#246;&#223;er als das nach Ver&#228;nderung?</p>
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		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/12/08/lesung-von-peter-bichsel-in-marburg-am-7122008/comment-page-1/#comment-7230</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2008 10:06:49 +0000</pubDate>
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		<description>Vielleicht lie&#223;en sich die beiden Positionen auch vermitteln. Tummelplatz der Bemackten: ja durchaus, aber sie zeigen ja nicht nur eine pers&#246;nliche Sicht, sondern machen diese auch mitteilbar f&#252;r andere, stiften im besten Falle Kommunikation, erschlie&#223;en also Nebenwege, Bewegungsspielr&#228;ume, gerade weil sie abweichen vom Gewohnten oder Normierten. Man k&#246;nnte pointiert formulieren: Gerade in ihrer kauzigen Andersartigkeit zeigen sie die F&#252;lle und Vielfalt der conditio humana auf. Das ist kein neuer Gedanke und noch dazu einer mit optimistischer Verve. Aber warum nicht?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht lie&#223;en sich die beiden Positionen auch vermitteln. Tummelplatz der Bemackten: ja durchaus, aber sie zeigen ja nicht nur eine pers&#246;nliche Sicht, sondern machen diese auch mitteilbar f&#252;r andere, stiften im besten Falle Kommunikation, erschlie&#223;en also Nebenwege, Bewegungsspielr&#228;ume, gerade weil sie abweichen vom Gewohnten oder Normierten. Man k&#246;nnte pointiert formulieren: Gerade in ihrer kauzigen Andersartigkeit zeigen sie die F&#252;lle und Vielfalt der conditio humana auf. Das ist kein neuer Gedanke und noch dazu einer mit optimistischer Verve. Aber warum nicht?</p>
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		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/12/08/lesung-von-peter-bichsel-in-marburg-am-7122008/comment-page-1/#comment-7227</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 21:07:37 +0000</pubDate>
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		<description>Ergo:
Kauz for president!
Oder doch wenigstens zum Symbol!

Das Potential des Abseitigen.
Es ist sicher gro&#223;.
Und, das denke ich auch, - es w&#228;re zumindest eine steile These - ein gro&#223;er Roman ohne gewisse Formen der Kauzigkeit - w&#228;re das &#252;berhaupt denkbar? 
Man kann bei Don Quixote anfangen und &#252;ber Onkel Benjamin und den Zauberberg bis in die j&#252;ngste Vergangenheit gehen.
Die Frage w&#228;re was man daraus machen soll. 
Ist die Literatur der Tummel- und Trostplatz der Bemackten?! Und brauchen sie also Helden, die ihnen &#228;hneln?

Andererseits kann das kreative Potential der K&#228;uze auch eines sein, das opponiert, das mit leiser Subversion Sand im Getriebe ist.

Das w&#228;re die Gegenposition.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ergo:<br />
Kauz for president!<br />
Oder doch wenigstens zum Symbol!</p>
<p>Das Potential des Abseitigen.<br />
Es ist sicher gro&#223;.<br />
Und, das denke ich auch, &#8211; es w&#228;re zumindest eine steile These &#8211; ein gro&#223;er Roman ohne gewisse Formen der Kauzigkeit &#8211; w&#228;re das &#252;berhaupt denkbar?<br />
Man kann bei Don Quixote anfangen und &#252;ber Onkel Benjamin und den Zauberberg bis in die j&#252;ngste Vergangenheit gehen.<br />
Die Frage w&#228;re was man daraus machen soll.<br />
Ist die Literatur der Tummel- und Trostplatz der Bemackten?! Und brauchen sie also Helden, die ihnen &#228;hneln?</p>
<p>Andererseits kann das kreative Potential der K&#228;uze auch eines sein, das opponiert, das mit leiser Subversion Sand im Getriebe ist.</p>
<p>Das w&#228;re die Gegenposition.</p>
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	<item>
		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/12/08/lesung-von-peter-bichsel-in-marburg-am-7122008/comment-page-1/#comment-7225</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 13:07:25 +0000</pubDate>
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		<description>Mich interessiert vor allem das kreative Potential des Kauzigen, Exzentrischen, wie du es am Ende ansprichst. Der Kauz ist noch in der Lage, seine Andersartigkeit - in was auch immer: Literatur, Lebensstil - umzuwandeln, w&#228;hrend der Stadtteilverr&#252;ckte sie vornehmlich in distanzloser N&#228;he lebt und u.U. darunter leidet - und insofern sind sie voneinander zu unterscheiden.
Was nun die Kauz-Anteile in jedem von uns anbetrifft, so denke ich, dass sie sich vornehmlich in Tics und Eigenheiten &#228;u&#223;ern, selten aber so zu Tage treten, dass mit ihnen sich eine besondere Art der Lebensanschauung und der -f&#252;hrung, des -stils verbinden l&#228;sst. 
Das Kauzige bei Bichsel identifiziere ich nicht nur mit seiner &#228;u&#223;eren Erscheinung, sondern vor allem mit seiner inneren Verfassung, die sich in der sehr eigenen Art zu schreiben und die Dinge, die Welt und die Menschen anzuschauen ausdr&#252;ckt. In gewisser Weise verwertet er seine Andersartigkeit, verwandelt sie in kommunizierbare Sprache, wie jeder Schriftsteller vielleicht: Noteboom spricht von der Kultivierung der Macken, der Eigenheiten und Obsessionen, von der sprachlichen Umsetzung dessen, was die je individuelle Lebensgeschichte und Erfahrungswelt des Autors hergibt. Ich finde, das ist ein wesentlicher Aspekt davon, was im und durch das Schreiben passiert, und zumal einer, der wieder auf die Kategorie der Selbstma&#223;st&#228;blichkeit verweist. Denn: 
Letztlich sind es doch jene B&#252;cher, in denen eine in sich bewegliche und pers&#246;nliche Anschauung der conditio humana zum Ausdruck kommt, die uns begeistern. Ich denke, der Behauptung von Joan Didion, derzufolge &quot;ein Roman nichts ist, wenn er nicht einer individuellen Stimme Ausdruck verleiht, einer einzigartigen Sicht auf die menschliche Erfahrung&quot;, k&#246;nnen wir beide zustimmen. Und ein konstitutives Element dieser besonderen Sicht kann das Kauzige sein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mich interessiert vor allem das kreative Potential des Kauzigen, Exzentrischen, wie du es am Ende ansprichst. Der Kauz ist noch in der Lage, seine Andersartigkeit &#8211; in was auch immer: Literatur, Lebensstil &#8211; umzuwandeln, w&#228;hrend der Stadtteilverr&#252;ckte sie vornehmlich in distanzloser N&#228;he lebt und u.U. darunter leidet &#8211; und insofern sind sie voneinander zu unterscheiden.<br />
Was nun die Kauz-Anteile in jedem von uns anbetrifft, so denke ich, dass sie sich vornehmlich in Tics und Eigenheiten &#228;u&#223;ern, selten aber so zu Tage treten, dass mit ihnen sich eine besondere Art der Lebensanschauung und der -f&#252;hrung, des -stils verbinden l&#228;sst.<br />
Das Kauzige bei Bichsel identifiziere ich nicht nur mit seiner &#228;u&#223;eren Erscheinung, sondern vor allem mit seiner inneren Verfassung, die sich in der sehr eigenen Art zu schreiben und die Dinge, die Welt und die Menschen anzuschauen ausdr&#252;ckt. In gewisser Weise verwertet er seine Andersartigkeit, verwandelt sie in kommunizierbare Sprache, wie jeder Schriftsteller vielleicht: Noteboom spricht von der Kultivierung der Macken, der Eigenheiten und Obsessionen, von der sprachlichen Umsetzung dessen, was die je individuelle Lebensgeschichte und Erfahrungswelt des Autors hergibt. Ich finde, das ist ein wesentlicher Aspekt davon, was im und durch das Schreiben passiert, und zumal einer, der wieder auf die Kategorie der Selbstma&#223;st&#228;blichkeit verweist. Denn:<br />
Letztlich sind es doch jene B&#252;cher, in denen eine in sich bewegliche und pers&#246;nliche Anschauung der conditio humana zum Ausdruck kommt, die uns begeistern. Ich denke, der Behauptung von Joan Didion, derzufolge &#8220;ein Roman nichts ist, wenn er nicht einer individuellen Stimme Ausdruck verleiht, einer einzigartigen Sicht auf die menschliche Erfahrung&#8221;, k&#246;nnen wir beide zustimmen. Und ein konstitutives Element dieser besonderen Sicht kann das Kauzige sein.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/12/08/lesung-von-peter-bichsel-in-marburg-am-7122008/comment-page-1/#comment-7223</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2008 21:41:05 +0000</pubDate>
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		<description>Genazino ist in diesem Zusammenhang ein gut passender Gew&#228;hrsmann. Man k&#246;nnte in ihm ja [auch] einen Erz&#228;hler der Kauzigen sehen, vielleicht sogar einen Theoretiker der Kauzigkeit. 
Ob man die K&#228;uze positiv sehen will oder nicht wird jedem selbst &#252;berlassen sein. (By the way und bei Licht besehen: Wer w&#228;re kein Kauz? - Oder h&#228;tte doch zumindest kauzige Anteile in sich? - Oder ist das nicht angemessen, den Kauz so zu inflationieren?) 
Ein interessanter Punkt ist die (&#220;ber-)Individualit&#228;t als Last. - Das unterscheidet aber vielleicht den Kauz im eigentlichen Sinne von einem &quot;Stadtteilverr&#252;ckten&quot;?-
Der Kauz ist doch wohl einer, der immer noch im gesellschafltich akzeptierten Bereich - wenn auch vielleicht mit durch seine Andersartigkeit erkauften (Narren-)Freiheiten - operiert. Man akzeptiert oder toleriert ihn doch und er hat wohl sein Auskommen. 
Der Kauz mag Macken haben, aber er ist keiner, der in Selbstgespr&#228;chen verfangen und aus dem Raster gefallen ist.
So w&#228;re ich auch sehr vorsichtig, den sozial Abgest&#252;rzten f&#252;r einen Exzentrik zu halten. 
&quot;Selbstma&#223;st&#228;blichkeit&quot; ist aber eine gute Kategorie - wenn auch keine neue. Mir f&#228;llt Hesse ein, der dem Eigensinn hohes Lob zollte. - &#196;hnliches gibt es sicher &#246;fter und vermutlich auch sehr viel fr&#252;her. Dichter oder Autor, K&#252;nstler oder Genie - da scheint Selbstma&#223;st&#228;blichkeit eine passende Gr&#246;&#223;e zu sein. -</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Genazino ist in diesem Zusammenhang ein gut passender Gew&#228;hrsmann. Man k&#246;nnte in ihm ja [auch] einen Erz&#228;hler der Kauzigen sehen, vielleicht sogar einen Theoretiker der Kauzigkeit.<br />
Ob man die K&#228;uze positiv sehen will oder nicht wird jedem selbst &#252;berlassen sein. (By the way und bei Licht besehen: Wer w&#228;re kein Kauz? &#8211; Oder h&#228;tte doch zumindest kauzige Anteile in sich? &#8211; Oder ist das nicht angemessen, den Kauz so zu inflationieren?)<br />
Ein interessanter Punkt ist die (&#220;ber-)Individualit&#228;t als Last. &#8211; Das unterscheidet aber vielleicht den Kauz im eigentlichen Sinne von einem &#8220;Stadtteilverr&#252;ckten&#8221;?-<br />
Der Kauz ist doch wohl einer, der immer noch im gesellschafltich akzeptierten Bereich &#8211; wenn auch vielleicht mit durch seine Andersartigkeit erkauften (Narren-)Freiheiten &#8211; operiert. Man akzeptiert oder toleriert ihn doch und er hat wohl sein Auskommen.<br />
Der Kauz mag Macken haben, aber er ist keiner, der in Selbstgespr&#228;chen verfangen und aus dem Raster gefallen ist.<br />
So w&#228;re ich auch sehr vorsichtig, den sozial Abgest&#252;rzten f&#252;r einen Exzentrik zu halten.<br />
&#8220;Selbstma&#223;st&#228;blichkeit&#8221; ist aber eine gute Kategorie &#8211; wenn auch keine neue. Mir f&#228;llt Hesse ein, der dem Eigensinn hohes Lob zollte. &#8211; &#196;hnliches gibt es sicher &#246;fter und vermutlich auch sehr viel fr&#252;her. Dichter oder Autor, K&#252;nstler oder Genie &#8211; da scheint Selbstma&#223;st&#228;blichkeit eine passende Gr&#246;&#223;e zu sein. -</p>
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	<item>
		<title>Von: uwe</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/12/08/lesung-von-peter-bichsel-in-marburg-am-7122008/comment-page-1/#comment-7221</link>
		<dc:creator>uwe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2008 17:26:15 +0000</pubDate>
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		<description>Zum Spa&#223; habe ich bei Wikipedia mal Kauz eingegeben. Ich wurde von den V&#246;geln dann zu den Sonderlingen und von diesen zu den Exzentrikern weitergeleitet. Eine sch&#246;ne Reihe, oder? 
Im &#252;bertragenen Sinn steht der Kauz also f&#252;r einen Exzentriker, einen, der au&#223;erhalb des Mittelpunktes steht, der von der sozialen Norm abweicht und dessen Andersartigkeit mitunter auch n&#252;tzlich sein kann f&#252;r gesellschaftliche Entwicklungen, da er sich &#252;ber allgemein anerkannte Erkenntnisse selbstbewusst und eigensinnig hinwegsetzt und so eventuell neue Horizonte erschlie&#223;t. Neben deinen sicherlich richtigen Bemerkungen scheint mir das doch auch eine bemerkenswert positive Beurteilung von Abweichlern und Eigenbr&#246;tlern zu sein. Am Ende des Wikipedia-Artikels finden sich Links zu Essays &#252;ber dieses Thema. Da k&#246;nnte man ja bei Gelegenheit mal reinschauen. 
Ich jedenfalls mag K&#228;uze und h&#228;nge mich bei meinen Bummeleien auch mal an die Stadtteilverr&#252;ckten und lausche ihren erfrischend unkonventionellen Selbstgespr&#228;chen. Eine solche Individualt&#228;t kann freilich auch zur Last werden. Da sind wir dann nicht weit weg von pathogenen Formen des Exzentrischen. 
Wilhelm Genazino hat in einem &#228;hnlichen Zusammenhang einmal - wenn ich mich recht erinnere - den Begriff der Selbstma&#223;st&#228;blichkeit eingef&#252;hrt. Das klingt zun&#228;chst plausibel. Doch es ist wohl auch eine Projektion, die aus sicherer &#228;sthetischer Distanz die Eigensinnigkeit positiv beurteilt. Zu fragen w&#228;re auch, ob es so etwas wie ein Leben nach eigenem Ma&#223;stab &#252;berhaupt gibt und inwiefern das bei den Betroffenen immer so ganz freilwillig geschieht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Spa&#223; habe ich bei Wikipedia mal Kauz eingegeben. Ich wurde von den V&#246;geln dann zu den Sonderlingen und von diesen zu den Exzentrikern weitergeleitet. Eine sch&#246;ne Reihe, oder?<br />
Im &#252;bertragenen Sinn steht der Kauz also f&#252;r einen Exzentriker, einen, der au&#223;erhalb des Mittelpunktes steht, der von der sozialen Norm abweicht und dessen Andersartigkeit mitunter auch n&#252;tzlich sein kann f&#252;r gesellschaftliche Entwicklungen, da er sich &#252;ber allgemein anerkannte Erkenntnisse selbstbewusst und eigensinnig hinwegsetzt und so eventuell neue Horizonte erschlie&#223;t. Neben deinen sicherlich richtigen Bemerkungen scheint mir das doch auch eine bemerkenswert positive Beurteilung von Abweichlern und Eigenbr&#246;tlern zu sein. Am Ende des Wikipedia-Artikels finden sich Links zu Essays &#252;ber dieses Thema. Da k&#246;nnte man ja bei Gelegenheit mal reinschauen.<br />
Ich jedenfalls mag K&#228;uze und h&#228;nge mich bei meinen Bummeleien auch mal an die Stadtteilverr&#252;ckten und lausche ihren erfrischend unkonventionellen Selbstgespr&#228;chen. Eine solche Individualt&#228;t kann freilich auch zur Last werden. Da sind wir dann nicht weit weg von pathogenen Formen des Exzentrischen.<br />
Wilhelm Genazino hat in einem &#228;hnlichen Zusammenhang einmal &#8211; wenn ich mich recht erinnere &#8211; den Begriff der Selbstma&#223;st&#228;blichkeit eingef&#252;hrt. Das klingt zun&#228;chst plausibel. Doch es ist wohl auch eine Projektion, die aus sicherer &#228;sthetischer Distanz die Eigensinnigkeit positiv beurteilt. Zu fragen w&#228;re auch, ob es so etwas wie ein Leben nach eigenem Ma&#223;stab &#252;berhaupt gibt und inwiefern das bei den Betroffenen immer so ganz freilwillig geschieht.</p>
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		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://www.eckfenster.de/wordpress/2008/12/08/lesung-von-peter-bichsel-in-marburg-am-7122008/comment-page-1/#comment-7219</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2008 15:27:34 +0000</pubDate>
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		<description>Danke.
Du fragst, ob die Kauzigen aussterben?
Schwer zu sagen. Aber letztlich glaube ich doch: Nein, werden sie nicht.
Trotzdem ist die Frage, ob es nicht eine Entwicklung gibt. Und ich denke schon, ja, die gibt es.
Ich habe k&#252;rzlich ein Zitat gelesen - habe vergessen wo und von wem -, das sinngem&#228;&#223; sagte, dass man bis zum 1. Weltkrieg noch Zeit hatte.
Schwer zu beurteilen ob das richtig ist. - Wenn man es aber einmal annehmen will, dann folgt daraus immerhin, dass sich der Umgang mit - und mit ihm das Erleben von - Zeit ge&#228;ndert hat. Vielleicht sogar radikal. Das k&#246;nnte ein Aspekt sein.
Wie steht es mit dem Normierungsdruck? Er scheint heute sehr hoch zu sein. 
So k&#246;nnte man sammeln.
All das k&#246;nnten Kauz-Punkte sein.
Der Kauz ist ja der liebensw&#252;rdig-Unangepasste. Vielleicht ein wenig ein Spitzweg-Typ. Einer, der etwas aus seiner Zeit herausf&#228;llt. - 
Dann d&#252;rfte ihm in der heutigen Zeit der Wind der Gegenwart recht stramm ins Gesicht blasen.
Die Frage w&#228;re dann: Mutiert der Kauz vielleicht? Wird er zum Asozialen, zum Penner, zum Irren...?
Denkbar - und das w&#228;re dann f&#252;r die Kauz-Population kein gutes Zeichen.

Deine Frage wie Bichsel beim Publikum ankam kann ich nur nach Augenschein beurteilen, aber ich denke gut, ja. Das Publikum, das kann aber auch am Les-Ort gelegen haben, war ganz &#252;berwiegend ein recht Betagtes.

Mir tun bei solchen Gelegenheiten die Autoren eher leid.

Wie sich der Besuch einer Lesung auswirkt? Nun, der Autor ist einem pr&#228;senter, wenn man ihn gesehen und geh&#246;rt hat, seine Stimme im Ohr hat. Das ist klar. Manchmal kann man dann, wenigstens eine Weile - da gibt es unterschiedliche Hartn&#228;ckigkeiten - mit dieser Autorenstimme im Kopf die Texte lesen. Sie ver&#228;ndern sich dann ein wenig. Es schafft einen etwas tieferen (oder nur einen anderen?) Eindruck. Zumindest w&#228;hnt man sich n&#228;her. - Ob´s so ist? 
Ich halte Lesungen nicht f&#252;r eine conditio sine qua non, aber f&#252;r eine Bereicherung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke.<br />
Du fragst, ob die Kauzigen aussterben?<br />
Schwer zu sagen. Aber letztlich glaube ich doch: Nein, werden sie nicht.<br />
Trotzdem ist die Frage, ob es nicht eine Entwicklung gibt. Und ich denke schon, ja, die gibt es.<br />
Ich habe k&#252;rzlich ein Zitat gelesen &#8211; habe vergessen wo und von wem -, das sinngem&#228;&#223; sagte, dass man bis zum 1. Weltkrieg noch Zeit hatte.<br />
Schwer zu beurteilen ob das richtig ist. &#8211; Wenn man es aber einmal annehmen will, dann folgt daraus immerhin, dass sich der Umgang mit &#8211; und mit ihm das Erleben von &#8211; Zeit ge&#228;ndert hat. Vielleicht sogar radikal. Das k&#246;nnte ein Aspekt sein.<br />
Wie steht es mit dem Normierungsdruck? Er scheint heute sehr hoch zu sein.<br />
So k&#246;nnte man sammeln.<br />
All das k&#246;nnten Kauz-Punkte sein.<br />
Der Kauz ist ja der liebensw&#252;rdig-Unangepasste. Vielleicht ein wenig ein Spitzweg-Typ. Einer, der etwas aus seiner Zeit herausf&#228;llt. &#8211;<br />
Dann d&#252;rfte ihm in der heutigen Zeit der Wind der Gegenwart recht stramm ins Gesicht blasen.<br />
Die Frage w&#228;re dann: Mutiert der Kauz vielleicht? Wird er zum Asozialen, zum Penner, zum Irren&#8230;?<br />
Denkbar &#8211; und das w&#228;re dann f&#252;r die Kauz-Population kein gutes Zeichen.</p>
<p>Deine Frage wie Bichsel beim Publikum ankam kann ich nur nach Augenschein beurteilen, aber ich denke gut, ja. Das Publikum, das kann aber auch am Les-Ort gelegen haben, war ganz &#252;berwiegend ein recht Betagtes.</p>
<p>Mir tun bei solchen Gelegenheiten die Autoren eher leid.</p>
<p>Wie sich der Besuch einer Lesung auswirkt? Nun, der Autor ist einem pr&#228;senter, wenn man ihn gesehen und geh&#246;rt hat, seine Stimme im Ohr hat. Das ist klar. Manchmal kann man dann, wenigstens eine Weile &#8211; da gibt es unterschiedliche Hartn&#228;ckigkeiten &#8211; mit dieser Autorenstimme im Kopf die Texte lesen. Sie ver&#228;ndern sich dann ein wenig. Es schafft einen etwas tieferen (oder nur einen anderen?) Eindruck. Zumindest w&#228;hnt man sich n&#228;her. &#8211; Ob´s so ist?<br />
Ich halte Lesungen nicht f&#252;r eine conditio sine qua non, aber f&#252;r eine Bereicherung.</p>
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